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Überleben auf den Straßen Odessas

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Überleben auf den Straßen Odessas

Der Einsatz für Straßentiere in der Ukraine hat sich bewährt: Das Tierschutzzentrum Odessa konnte bereits Tausende von ihnen retten. Neben der Kastration steht auch die medizinische Versorgung im Fokus.

  • Autor: Nadine Carstens, Redaktion DU UND DAS TIER

Nachdem die Mitarbeiter des Tierschutzzentrums Odessa die Straßenhunde kastriert und mit einer Ohrmarke gekennzeichnet haben, lassen sie die Vierbeiner wieder frei.

Nachdem die Mitarbeiter des Tierschutzzentrums Odessa die Straßenhunde kastriert und mit einer Ohrmarke gekennzeichnet haben, lassen sie die Vierbeiner wieder frei.

Der dichte Straßenverkehr wird herrenlosen Vierbeinern in der Ukraine immer wieder zum Verhängnis. Das bekam vor Kurzem auch eine kleine Hündin zu spüren, die auf dem Tiraspol’skom Highway angefahren wurde – eine mehrspurige Autobahn, die durch die Hafenstadt Odessa verläuft. Drei ihrer Pfoten waren gebrochen und das Becken verletzt. Doch glücklicherweise hat sie überlebt: Dank der engagierten Mitarbeiter des Tierschutzzentrums des Deutschen Tierschutzbundes in Odessa, die den vor Schmerzen zitternden Vierbeiner fanden und in die eigene Klinik brachten, wo er sofort operiert wurde. In der Einrichtung konnte sich die kleine Fellnase schließlich erholen.

Jedes Jahr werden zahlreiche frei lebende Hunde und Katzen angefahren, viele sind krank und brauchen medizinische Hilfe. Sie sind auf die helfenden Hände im Tierschutzzentrum angewiesen.

Allein 2017 führte das Klinikpersonal 263 Operationen durch – die meisten tierischen Patienten wurden an den Gliedmaßen operiert, da sie mit einem Auto zusammengeprallt waren. „Manchmal sind sogar zwei bis drei Operationen nötig“, sagt Irina Naumova, Leiterin des Tierschutzzentrums in Odessa.

Neue Herausforderungen

Seit die Tierschützer 2016 ein Tierrettungsauto angeschafft haben, können sie sogar noch mehr Hunden und Katzen das Leben retten. „Monatlich transportieren wir etwa 70 kranke und verletzte Hunde und Katzen zu uns“, so Naumova. Doch das bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Um also die tierischen Patienten zukünftig noch besser behandeln zu können, planen Naumova und der Deutsche Tierschutzbund eine Neuorientierung. So nehmen die einheimischen Mitarbeiter bereits an medizinischen Fortbildungen teil, zum Beispiel in den Bereichen Ultraschalldiagnostik und Schmerzbehandlung nach Operationen. Zudem wurden bereits neue medizinische Geräte angeschafft und auch ein Umbau der Klinikräume wird diskutiert und geplant. Ebenfalls vorgesehen ist eine Erweiterung des Auslaufbereiches für Hunde mit Handicap – sie können nämlich nicht mehr in ihr vertrautes Revier zurückgebracht werden und bleiben dauerhaft im Tierschutzzentrum.

Mehr Hilfsbereitschaft

Dass die Tierschützer aus Odessa vorbildliche Arbeit leisten, hat sich längst herumgesprochen. Davon überzeugte sich zuletzt auch Hermann Intemann, erster Staatssekretär der Deutschen Botschaft in Kiew, bei einem Besuch. Auch die Bevölkerung geht inzwischen viel sensibler mit Straßentieren um: „Wenn die Menschen ein verletztes Tier finden, bringen sie es sofort zu uns oder rufen an“, berichtet Naumova. „Auch weil wir die Straßentiere kostenlos behandeln, funktioniert die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sehr gut.“

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