Pelz: die lauernde Gefahr

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Pelz: die lauernde Gefahr

Beim Thema Pelz bleibt nicht nur der Tierschutz auf der Strecke. Die Gesundheit derjenigen, die ihn tragen, ist auch in Gefahr. Lesen Sie, was das im Detail bedeutet.

  • Autor: Nadia Wattad, Redaktionsleitung von DU UND DAS TIER

Dass der Tierschutz beim Thema Pelz auf der Strecke bleibt ist eine Sache, jedoch wissen die wenigsten, die Pelz tragen, dass deren Gesundheit in Gefahr ist. Das geht so weit, dass das Gesundheitsministerium in Italien jüngst zwei Pelzprodukte vom Markt genommen hat – eine Babydecke von Christ aus Lammfell und eine Kinderjacke von Bluemarine Baby mit Kaninchenfellkragen.

In beiden Textilien hatte ein italienisches Institut im Auftrag von Lega Anti Vivisezione (LAV), eine Partnerorganisation des Deutschen Tierschutzbundes, höchst toxische Stoffe gefunden – drei- und sechswertiges Chromium. Die dafür vorgesehenen Grenzwerte waren immens überschritten. Doch nicht nur in Italien ist Gift in Pelzmaterialien gefunden worden, sondern auch in Deutschland.

Das Bremer Umweltinstitut hat im Auftrag der ARD-Sendung „PlusMinus“ Pelzbesatz unterschiedlicher Hersteller auf gefährliche Chemikalien untersuchen lassen – mit alarmierenden Ergebnissen. Alle Proben waren belastet, zwei davon sogar stark. In einem Fellbommel stellten die Wissenschaftler eine zu hohe Menge an Formaldehyd fest – ein Stoff, der als krebserregend eingestuft wurde und Allergien fördert beziehungsweise auslösen kann. Gesetzliche Grenzwerte, die den Einsatz der Stoffe reduzieren würden, existieren bisher nicht. Hier verlässt sich der Gesetzgeber auf die EU-Chemikalienverordnung die besagt, dass „Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender ihre Chemikalien registrieren müssen und für deren sichere Verwendung selbst verantwortlich sind.“

Die Folgen sind weitreichend. Schließlich tragen die Kunden Kragen, Schals, Ohrwärmer oder Kapuzen meist direkt auf der Haut. Auf diesem Weg gelangen dann auch die Schadstoffe in den Körper.

Lesen Sie im jüngst erschienen Pelzreport wie die Verbraucher in punkto Pelzkennzeichnung getäuscht werden.