Mehr Schutz für die Pferde auf Blutfarmen?

In Argentinien und Uruguay werden trächtige Pferde gequält, um ein wertvolles Hormon für die Pharmaindustrie zu gewinnen. Bisher gab es auf den sogenannten Blutfarmen kaum Kontrollen und keinerlei Vorschriften. Erst als Reaktion auf die heftige Kritik in Europa prüfen die Regierungen in Uruguay und Argentinien nun die massiven Tierschutzverstöße.

Millionengeschäft auf Kosten der Pferde

Das Geschäft mit dem Pferde-Blut findet weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit statt. Allerdings spielt es in Europa eine wichtige Rolle: Das aus dem Blut gewonnene Hormon “Pregnant Mare Serum Gonatropin” (PMSG) wird hierzulande unter anderem von Schweinehaltern eingesetzt, um die Ferkelproduktion zu beschleunigen.

Die Folgen für die Pferde in Südamerika sind verheerend. Die Haltungsbedingungen auf den Blutfarmen sind katastrophal. Die Farmer entnehmen den trächtigen Stuten wöchentlich bis zu zehn Liter Blut, was die Pferde erheblich belastet. Viele von ihnen sind hochgradig abgemagert. Außerdem sind bei der Blutabnahme Schläge, Tritte und andere Misshandlungen an der Tagesordnung – selbst der Tod der Pferde wird in Kauf genommen. Auch die Fohlen gelten als unerwünschtes Nebenprodukt und werden systematisch abgetrieben.

Mehr Schutz für die Pferde?

Aktuellen Medienberichten zufolge hat die argentinische Behörde nun versprochen, rechtlich verbindliche Regeln zum Schutz der Pferde zu entwickeln und die Blutfarmen mehrmals pro Jahr unangekündigt zu kontrollieren. Die Regierung von Uruguay berichtet, sie habe die Verantwortlichen bereits vorgeladen, um entsprechende Tierschutzverstöße zu erfassen und Korrekturmaßnahmen zu beschließen. Außerdem will sie die Blutfarmen zukünftig registrieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die Regierungen ihr Wort halten und sich nachhaltig für mehr Tierschutz auf den Blutfarmen einsetzen. Allerdings sind auch die Verantwortlichen in Europa gefragt, ihren Teil dazu beizutragen. Es gibt eine synthetisch hergestellte Alternative zum Hormon PMSG. Der Einsatz von PMSG aus den Blutfarmen ist also nicht notwendig.

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