Gut beraten

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Gut beraten

Die Berater des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes unterstützen landwirtschaftliche Betriebe dabei, Tierschutzstandards weit über den gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und sie zu jedem Zeitpunkt einzuhalten. Millionen Tiere haben davon bereits profitiert.

  • Autor: Joscha Duhme, Redaktion DU UND DAS TIER

Klicken Sie auf das Bild um zu sehen, welche Schritte auf dem Produktionsweg kontrolliert werden.

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Tierschützer, die zwischen Mastschweinen und Legehennen oder gar auf Schlachthöfen arbeiten, sind kein Widerspruch. „In den Betrieben verbessern wir das Leben der Tiere konkret und unmittelbar“, sagt Dr. Elke Deininger, Stabstellenleiterin Tierschutzlabel beim Deutschen Tierschutzbund. Der Verband steht dafür, jedes Tier um seiner selbst willen zu schützen. Doch solange Zucht, Haltung und Tod von Tieren zur Lebensmittelproduktion gesellschaftlich akzeptiert sind, nutzt er die Möglichkeit, Verbesserungen für die betroffenen Tiere voranzutreiben. Dafür sind die Berater des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ unterwegs.

Partner für Tier und Landwirt

„Verständnis ist das A und O in meinem Job. Als Berater für schweinehaltende Betriebe muss ich in erster Linie die Tiere verstehen, aber auch die Landwirte. Diese berate ich unter anderem, wenn sie ihre Ställe nach unseren tiergerechteren Richtlinien umgestalten. Dabei vermittle ich unser Wissen und klare Vorgaben: Wie groß Ausläufe mindestens sein müssen oder wie sie Tiere mit nicht kupierten Schwänzen halten können. Ich bewerte auch Bauplanungen im Sinne artgerechter Haltung. Jeder Gesprächspartner benötigt eine andere Beratung. Eines versuche ich immer zu vermitteln: wie Schweinehalter lernen, die Tiere zu lesen, und so selbst erkennen, wenn sie etwas im Sinne des Tierschutzes verändern müssen.“
Bernd Kuhn, Berater Tierhaltung Schweine

Unabhängig, einheitlich und risikoorientiert

„Unser Tierschutzlabel lebt von der Glaubwürdigkeit. Wesentlich dafür ist, dass unsere strengen Vorgaben in allen Bereichen stets eingehalten werden. Wir müssen Missstände schnell und objektiv erfassen können. Dazu setzen wir neben eigenen Kontrollen auf unabhängige Zertifizierungsstellen mit geschulten Auditoren, die Unternehmen kontrollieren. Ich bin verantwortlich für die Kommunikation mit den Zertifizierungsstellen und formuliere Vorgaben für eine objektive Durchführung der Kontrollen. Durch unser Tierschutzlabel-System verbessern wir die Bedingungen für die Tiere nachhaltig. Denn die Nachfrage durch Verbraucher, die tierschutzgerechter produzierte Lebensmittel möchten, ist hoch.“
Marina Bauer, Zertifizierung und Schulung

Letzter Gang ohne Stress und Angst

„Der Transport und die Schlachtung sind für den Tierschutz besonders zwiespältige Stationen in der Produktionskette. Mein Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Tiere dabei möglichst wenig unter Stress und Schmerzen leiden. Darum beraten, schulen und überwachen wir die teilnehmenden Betriebe regelmäßig vor Ort. Die Schlachter, die alle über einen Sachkundenachweis verfügen müssen, müssen durchgehend kontrollieren, dass die Betäubung bei jedem einzelnen Tier sicher ist und es keine Schmerzen während der Entblutung, dem eigentlichen Tötungsprozess, empfindet. Wir begrenzen Tiertransporte auf maximal vier Stunden und zeigen den Betrieben auch auf, wie sie die Tiere schonend abladen. Damit diese sensiblen Bereiche transparenter werden, bauen wir gemeinsam mit den zertifizierten Schlachtbetrieben die Videoüberwachung aus.“
Ludger Thölking, Berater Transport und Schlachtung

Sicherheit für Verbraucher

„Damit Landwirte den Tierschutz in den Ställen langfristig realisieren können, müssen die Verbraucher bereit sein, einen angemessenen Preis zu bezahlen. Das sind sie nur dann, wenn sie darauf vertrauen können, dass das zertifizierte Produkt wirklich unter besseren Bedingungen in der Tierhaltung hergestellt wurde. Mit meiner Arbeit trage ich genau dazu bei. Denn ich stelle sicher, dass die Warenströme getrennt bleiben und die Herkunft jedes Produktes nachvollziehbar ist. So verhindern wir, dass Betriebe Fleisch, Milch und Eier, die nach Label-Richtlinien produziert wurden, mit konventioneller Ware oder Produkten anderer Standards verwechseln oder vermischen. Das gibt Verbrauchern Sicherheit. Hierzu erstelle ich die Richtlinien, schule die unabhängigen Auditoren und berate die Produzenten.“
Sarah Gnirß, Beraterin Verarbeitung

 


Ein oder zwei Sterne?

Das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ ist ein zweistufiger Standard. Neben der Premiumstufe gibt es auch eine Einstiegsstufe. Diese soll die Landwirte dort abholen, wo sie stehen, und ihnen anhand klarer Richtlinien die Möglichkeit bieten, den Tierschutz im Stall zu verbessern. Ihre Standards liegen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen und verbessern die Situation der Tiere spürbar. Die Forderungen des Verbandes nach optimalen Tierschutzstandards und die Grundsatzkritik an Haltungsformen bleiben von der Unterstützung von solchen Teilentwicklungen unberührt. Weitere Infos unter:

www.tierschutzlabel.info

DIE TIERE BRAUCHEN SIE

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