Editorial

Unser Ansporn

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Unser Ansporn

Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, stellt die Themen von DU UND DAS TIER 2/2021 vor.

  • Autor: Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes

Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes

Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Ausgabe werden sie von Rehen, Waschbären und Iltissen lesen, die durch das Unterholz unserer Wälder streifen, und von Enten, Gänsen und Schwänen, die majestätisch über unsere Seen schwimmen. Sie werden einiges über Schweine, Wasserbüffel, Bienen und Lachse lernen, die der menschlichen Ernährung dienen, und von Katzen erfahren, die sich alleine auf unseren Straßen durchschlagen. Die Themen, mit denen wir uns als Deutscher Tierschutzbund beschäftigen, sind so vielfältig wie die Lebewesen dieser Erde. Dabei haben die Tiere alle eins gemeinsam: jedes einzelne ist unser Ansporn. Ihnen allen zu einem unversehrten und artgerechten Leben zu verhelfen ist das, was uns antreibt. Und da haben wir viel zu tun. Denn während sich aus Tierschutzsicht längst die Frage stellt, ob das gängige Verständnis von Jagd überhaupt noch gerechtfertigt und mit dem Staatsziel Tierschutz vereinbar ist, gewinnt die Jägerschaft kontinuierlich an Zuwachs – und tötet jedes Jahr weit über vier Millionen Tiere. Jetzt soll das Bundesjagdgesetz novelliert werden, doch der Tierschutz kommt darin kaum vor. Ein Zustand, den wir nicht tolerieren werden.

Auch die Tiere in der Landwirtschaft und Heimtiere brauchen unsere Hilfe. Denn als ob die Lebensbedingungen in der Intensivtierhaltung nicht schon schlimm genug wären, kommt es bundesweit jedes Jahr zu tausenden Stallbränden, die es nur selten in das Bewusstsein der Öffentlichkeit schaffen. Auch Wasserbüffel, Bienenköniginnen und Lachse leiden unter der Profitgier der Menschen, während etwa zwei Millionen Straßenkatzen im Verborgenen ums Überleben kämpfen. Gemeinsam mit unseren Landesverbänden und Tierschutzvereinen setzen wir uns unermüdlich für all diese Tiere ein und nehmen die Verantwortlichen in der Politik in die Pflicht. Dabei stehen die Tierschützer in den Tierheimen aktuell vor einer weiteren Herausforderung. Durch den Haustierboom in Corona-Zeiten haben sie vermehrt mit Anfeindungen zu kämpfen. Auch wenn wir während der Pandemie gerade alle in einer Ausnahmesituation sind, sollte der gegenseitige Respekt nicht verloren gehen. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir füreinander – und für die Tiere – da sind.

Dr. Brigitte Rusche

DIE TIERE BRAUCHEN SIE

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Bildrechte: Artikelheader: Pixabay – Evgeni Tcherkasski (Rotkehlchen); Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V. (Porträt)