Stopfleber

Statt Freiheit bleibt nur die Qual

Aktuell
Stopfleber

Statt Freiheit bleibt nur die Qual

Stopfleber gilt als kulinarischer Genuss. Hinter der vermeintlich feinen Spezialität verbergen sich höllische Qualen für Gänse und Enten. Stopfleber ist eine grausam hergestellte Delikatesse. Das Leid der Tiere könnte kaum größer sein.

  • Autor: Verena Jungbluth, Referentin in der Redaktion von DU UND DAS TIER

In der bevorstehenden Weihnachtszeit ist sie besonders beliebt: die Stopfleber. Auch unter der französischen Bezeichnung „Foie Gras“ bekannt, gilt die Stopfleber von Gans und Ente als Delikatesse. In Deutschland ist die Produktion von Stopfleber laut Tierschutzgesetz verboten, ihr Import ist allerdings erlaubt. So ist das Produkt auch hierzulande in Supermärkten und Restaurants erhältlich. Im Jahr 2013 importierte Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 92 Tonnen Gänse- und Entenstopfleber.

Grausame Produktion

Hinter der vermeintlich feinen Spezialität – meist in festlichem Rahmen mit Wein oder Champagner serviert – verbergen sich höllische Qualen für Gänse und Enten. In Ländern wie Frankreich oder Ungarn führen die Mitarbeiter in quälerischen Farmen den Tieren mehrmals täglich, meist maschinell, Nahrung zu. Moderne Maschinen machen es möglich, rund 100 Gramm Nahrung pro Sekunde in den Körper der Tiere zu pumpen.
Diese künstliche Ernährung kommt einem Stopfen gleich, weshalb die Leber als Stopfleber bezeichnet wird. Circa 14 Tage lang dauert diese Art der Zwangsernährung. Dann sind die Tiere schlachtreif und leiden bis dahin Höllenqualen. Alleine in Frankreich erleiden jährlich über 30 Millionen Enten dieses Schicksal.

Schmerzen und Entzündungen

Die Gänse können sich in den engen Käfigen kaum bewegen. Ihr einzige Beschäftigung: Warten auf die schmerzhafte Prozedur des Stopfens.

Durch das Stopfen schwillt die Leber der Tiere stark an und erreicht bis das Zehnfache ihrer natürlichen Größe. Die Prozedur erweitert nicht nur Speiseröhre und Magen auf eine abnorme Größe, sondern die Tiere erleiden auch zum Teil erhebliche Verletzungen des Schnabels und der Speiseröhre. Auch Entzündungen oder Infektionen von Speiseröhre und Darm sind keine Seltenheit. Immer wieder sterben Tiere an ihren Verletzungen und, weil die Mägen der Zwangsernährung nicht standhalten.
Zudem leben die Tiere unter katastrophalen Bedingungen. In enge Käfige gepfercht, haben die Tiere keinerlei Möglichkeiten, sich artgerecht zu verhalten. Sie können sich weder umdrehen noch ausstrecken.

Trauriges Kulturgut

Vor allem in Frankreich ist die Stopfmast als Tradition fest verankert. 2005 hat die französische Nationalversammlung „Foie Gras“ sogar zum nationalen Kulturgut erklärt.

Der Deutsche Tierschutzbund ruft dazu auf, auf Produkte wie Stopfleber zu verzichten und empfiehlt stattdessen vegane und vegetarische Delikatessen. Inspiration finden Sie hier und in der nächsten Ausgabe von DU UND DAS TIER, Erscheinungsdatum: 17. Dezember.

Bildrechte: Teaserbild "Gänse im Schnee": Deutscher Tierschutzbund e. V./Kook, Artikelbild "Gänse in Käfigen": Mark Rissi