„Gesünder und ausgeglichener“

Im Einsatz für die Tiere

„Gesünder und ausgeglichener“

Andreas Gerster leitet in fünfter Generation einen Masthuhnbetrieb im oberschwäbischen Biberach. Seit er die Kriterien der Premiumstufe des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ erfüllt, haben sich die Haltungsbedingungen seiner Tiere deutlich verbessert.

  • Autor: Nadine Carstens, Redakteurin DU UND DAS TIER

Landwirt Andreas Gerster möchte seinen Masthühnern eine artgerechte Haltung bieten und hat sich daher dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ angeschlossen.

Schon als Kind half Andreas Gerster seinen Eltern auf dem Bauernhof – die Arbeit in und mit der Natur sowie mit den Tieren hat ihn von klein auf begeistert. „Je länger ich mich mit den Tieren beschäftigt habe, desto besser lernte ich ihre Art und eigenen Charaktere kennen“, sagt der Landwirt. Mittlerweile leitet der 29-Jährige den im Landkreis Biberach in Oberschwaben gelegenen Familienbetrieb – ein Mischbetrieb bestehend aus einer Masthuhnhaltung, einem Ackerbau mit regenerativer Energieerzeugung und einer Mastschweinehaltung, die derzeit ebenfalls tiergerechter umgebaut wird – in fünfter Generation. Ihm ist es dabei wichtig, dass seine Tiere weitaus bessere Lebensbedingungen haben als die in der konventionellen Landwirtschaft. Also beschloss er vergangenes Jahr, sich dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes anzuschließen. „Meine Familie und ich waren auf der Suche nach einer besonders artgerechten Tierhaltungsform. Das Tierschutzlabel hat unseren Vorstellungen genau entsprochen“, berichtet Gerster.

Mehr Platz und viel Beschäftigung

Der Landwirt hat daraufhin einige Vorkehrungen getroffen, um den bis zu 7.500 Masthühnern auf seinem 100 Hektar großen Areal eine artgerechtere Haltung zu ermöglichen – unter anderem baute er seine beiden Ställe um und schuf einen Auslauf. Seither freuen sich seine Tiere über mehr Platz und zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten: „Die Hühner können jetzt nach Lust und Laune scharren, haben Picksteine, Strohballen, Sitzstangen sowie Unterschlupfmöglichkeiten und freien Zugang ins Grüne“, bestätigt Nicole Weiß, Beraterin in der Geflügelhaltung für das Tierschutzlabel beim Deutschen Tierschutzbund. Zusätzlich setzt der Premiumbetrieb heute auf langsam wachsende Hühnerrassen. „Diese sind im Vergleich zu hochgezüchteten Hühnern, die in kurzer Zeit viel Gewicht zulegen und sich am Ende der Mast kaum noch bewegen können, deutlich robuster“, erläutert Weiß.

„Mir persönlich ist es ein Anliegen,
dass es den Tieren auf unserem Betrieb gut geht
und wir ihnen ein artgerechteres und
glücklicheres Leben ermöglichen.“

– Andreas Gerster

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Tierschutz lohnt sich

Zwar seien die Kriterien der Premiumstufe des Tierschutzlabels mit mehr Aufwand und Kosten verbunden, so Gerster. „Zum Beispiel müssen wir die Ställe und den Auslauf mehr pflegen und darauf achten, dass die Hühner immer genügend Beschäftigungsmaterial vorfinden.“ Auch die Anforderungen an das Futter, das gentechnikfrei und regional sein muss, sind höher. Doch all diese Bemühungen lohnen sich und kommen direkt den Hühnern zugute: „Jetzt bleiben sie länger bei uns, sie sind gesünder und ausgeglichener und es kommt zu weniger Tierverlusten“, sagt Gerster. Zudem sei die Vermarktung der Tiere vertraglich garantiert, sodass der Betrieb mehr Planungssicherheit habe. Den Umstieg sieht er nun als Chance, sich langfristig von der Masse abzuheben – mit Qualität statt Quantität, durch die geringere Besatzdichte und damit mehr Platz für die Tiere, möchte er auch die Verbraucher überzeugen. „Ich hoffe, dass sie all die positiven Aspekte unserer artgerechteren Tierhaltung anerkennen.“

Weiterführende Informationen

  • Erfahren Sie mehr zum Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes.
    tierschutzlabel.info