Engagement beginnt früh

Jugend

Engagement beginnt früh

Im feierlichen Rahmen hat der Deutsche Tierschutzbund bei seiner Mitgliederversammlung drei Kinder- und Jugendtierschutzprojekte mit dem Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis ausgezeichnet.

Praktische Hilfe für Wildbienen, Engagement in Tierheimen, Aufklärungsarbeit zu Tierschutzproblemen – für ihren kreativen Einsatz haben drei Kinder- und Jugendtierschutzgruppen aus Hannover, Nördlingen und Essen den Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis erhalten. Mit dem Preis zeichnet der Deutsche Tierschutzbund alle zwei Jahre besonders engagierte Nachwuchs-Tierschützer aus. Dieses Mal wurden gleich zwei erste Preise vergeben: „Da zwei Projekte so unterschiedlich, aber trotzdem gleich gut sind, war es unmöglich, sich zu entscheiden“, schilderte Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Mitglied der Jury.

Platz eins: Wir für die Wildbienen

Die Jugendgruppe „Die flotten Pfoten“ des Tierschutzvereins Hannover erhielt beim Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis den ersten Platz für den Bau dreier Insektenhotels auf einer Hundeauslauffläche des vereinseigenen Tierheims. Zunächst recherchierten die Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren zum Leben der Wildbienen. „Mit viel Liebe zum Detail und Ausdauer planten, bauten und befüllten die Jugendlichen dann die neuen Heime für Wildbienen und Co. und pflegen diese bis heute“, sagte Rusche stellvertretend für die Jury. „Dabei legten sie viel Wert auf die richtige Ausführung und schmirgelten die Bohrlöcher oder Bambusstäbe ab, damit sich die Insekten nicht an den Flügeln verletzen.“ Für diesen Einsatz erhielt die Jugendgruppe ein Preisgeld von 1.000 Euro.

Preisträger des Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreises 2019: Mittelschule und Tierheim NördlingenPlatz eins: Gemeinsam für den Tierschutz

Im Rahmen von AGs besuchen jede Woche sieben Schüler der Mittelschule Nördlingen das Tierheim Nördlingen in einer Doppelstunde und helfen bei täglich anfallenden Arbeiten, wie etwa der Säuberung von Gehegen oder der Fütterung der Tiere. Die Schüler der Klassen 6 bis 9 arbeiten etwa vier Monate im Tierheim mit, danach wechselt die Projektgruppe. „Durch diese Kooperation setzen sie sich intensiv mit Tierschutzthemen auseinander und leisten langfristig praktischen Tierschutz“, betonte Rusche. Die hier mit dem Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis ausgezeichnete Projektgruppe entschied sich, das Thema Pelz aufzugreifen und ein Aufklärungsvideo zu drehen. Auslöser dafür war der im Winter häufig zu sehende Pelzbesatz an Jacken. Das Preisgeld betrug 1.000 Euro.

Dritte Preisträger des Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreises 2019: Tierschutzjugend EssenPlatz drei: Tierschutz-Schöpfungs-Gottesdienst „Du hast uns die Welt geschenkt“

Der dritte Platz ging an die Tierschutzjugend Essen des Tierschutzvereins Groß-Essen, die einen Gottesdienst gestaltete. Von Frühjahr 2018 an bereiteten insgesamt sieben Kinder und Jugendliche in mehreren Treffen den Gottesdienst vor, schrieben thematische Theaterszenen und gewannen sogar einen Gospelchor zur Unterstützung. Im September 2018 fand die Aufführung statt. Den Einstieg zum Gottesdienst gestalteten die jungen Tierschützer als „Tagesschau-Nachrichten“. Darauf folgten die Theaterszenen, in denen sie über die Situation von Tieren im Zirkus, in der Landwirtschaft und von alten Tierheimtieren aufklärten. „So gestalteten sie einen abwechslungsreichen Gottesdienst zum Nachdenken, Mitsingen und Teilhaben für mehr als 160 Besucher“, lobte Rusche. Die Preisträger erhielten 500 Euro.

Die Jury

Dr. Brigitte Rusche,
Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes
Günter Heyland,
Bürgermeister von Neubiberg
Dr. Esther Müller,
Geschäftsführerin Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund
Dr. Caroline Steinhardt,
Geschäftsführerin Vereine/Ehrenamt beim Deutschen Tierschutzbund
Nicole Brühl,
kooptiertes Präsidiumsmitglied beim Deutschen Tierschutzbund


Teilnehmerinnen der Tierschutzlehrer-WeiterbildungTIERSCHUTZLEHRER-KURSE MIT NEUEM KONZEPT

Berlin – Die Tierschutzlehrer-Weiterbildung wurde überarbeitet und präsentiert sich ab 2020 mit einem neuen Konzept: Neben neuen Tierschutzthemen, einer anderen Zielgruppe und neuen Methoden wird die Weiterbildung erstmalig in Berlin stattfinden. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Dabei greift die Weiterbildung zum Beispiel auf, wie sich Kinder- und Jugendgruppen, Tierschutz-AGs, Aktionstage und Tierheimfeste durchführen lassen und wie Tierschutzlehrer freie Lernformen ermöglichen. Die ausgewählten Tierschutzthemen und Methoden knüpfen an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen an und sind einfach umzusetzen. Die Tierschutzlehrer-Weiterbildung richtet sich an Mitglieder von Tierschutzvereinen, die sich vor Ort für den Kinder- und Jugendtierschutz engagieren möchten, aber auch an Personen, die einen konkreten Bezug zur Kinder- und Jugendarbeit haben.

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