Veganismus

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Wer vor Jahren als vegan lebender Mensch noch mit ungläubigen Augen angeschaut wurde, scheint – der medialen Berichterstattung nach zu urteilen – nun zu den Trendsettern zu gehören. Das Thema Veganismus erhält eine immer größere Öffentlichkeit.

  • Autor: Nadia Wattad, Redaktionsleitung von DU UND DAS TIER

Das Thema Veganismus hatte 2014 seinen vorläufigen Höhepunkt: Ein Buch nach dem anderen eroberte den Markt. Waren es laut Vegetarierbund Deutschland (VeBu) im Jahr 2011 nur zwölf neu veröffentlichte Kochbücher, so waren es 2014 bereits 77.

Mit bis dato über 700.000 verkauften Exemplaren ist Autor Attila Hildmann einer der Großen, der es mit seiner Kochbuchserie „Vegan for …“ auf die Bestsellerlisten geschafft hat. Der 32-jährige Autodidakt schaffte es, das Thema vegane Ernährung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Er ist jedoch umstritten, da seine Inszenierung als durchtrainierter Ernährungscoach bei einigen Menschen auf Kritik stößt. Im Gegensatz zu Hildmann möchten viele den Verzicht auf tierische Lebensmittel als politische Aussage verstanden wissen. Hildmanns Motivation, sich vegan zu ernähren, ist eher gesundheitlicher Natur. Inzwischen entscheiden sich jedoch immer mehr Menschen aus ethischen und ökologischen Gründen gegen den Konsum von tierischen Nahrungsmitteln. Dennoch gewinnt der gesundheitliche Aspekt mittlerweile an Bedeutung.

So sprechen viele wissenschaftliche Studien für den gesundheitsfördernden und präventiven Charakter einer tierfreien Ernährung. Eine aktuelle Auswertung der Adventist Health Study 2 untersuchte die Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) und verschiedenen vegetarischen und nichtvegetarischen Kostformen. Auf der Datengrundlage von 66.000 Teilnehmerfragebögen zeigte sich, dass eine vegane Ernährung das Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion im Vergleich zur Ernährung mit Fleisch um 51 Prozent verringert.

VEGANES PRODUKTANGEBOT WÄCHST STETIG

Das Nischendasein des veganen Lebensstils ist endgültig vorbei. Veganismus liegt im Trend und ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Viele Prominente, beispielsweise die Schauspieler Natalie Portman oder Russell Brand, leben ihn vor und verleihen ihm ein gesundes und hippes Image.

Dass es sich beim veganen Lebensstil nicht nur um einen kurzlebigen Trend handelt, sondern um eine langfristige Entwicklung, spiegelt sich auch im Produktsortiment des Einzelhandels wieder.
In jeder größeren Stadt finden sich heute vegane Supermärkte und das vegane Produktangebot in den gängigen Supermarktketten wächst exponentiell. Selbst Restaurants, Mensen und Kantinen bieten inzwischen vegane Alternativen an. Doch damit nicht genug – auch rein vegane Restaurants und Cafés sprießen in jeder größeren und kleineren Stadt aus dem Boden.

DIE MENSCHEN MÖCHTEN WISSEN, WAS AUF DEN TELLER KOMMT

Viele Menschen möchten nicht mehr die Augen vor dem unwürdigen Umgang mit Tieren in der Intensivtierhaltung verschließen. Denn Tiere gelten heute mehr denn ja als bloßes Produkt. Um möglichst viel Profit zu bringen, werden sie auf immer höhere Leistungen und höheren Ertrag gezüchtet.

Die Auswahlzucht und die Massentierhaltung sind mit einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme verbunden, was bei den Tieren zu psychischen Schäden und Verhaltensstörungen führt. Auch der Transport zu den Schlachthöfen und die Schlachtung selbst können mit erheblichen Tierschutzproblemen verbunden sein.

Viele Medien schauen heute hinter die Kulissen, um den Zuschauern unter anderem in Dokumentationen die ungeschönte Wahrheit zu zeigen.

Der Vegetarierbund Deutschland schätzt die Zahl vegan lebender Menschen auf etwa 900.000 Personen – das entspricht über einem Prozent der deutschen Bevölkerung.

Weiterführende Informationen

  • Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema vegetarische und vegane Ernährung und entsprechende Rezepte.
    www.tierschutzbund.de/vegetarismus
  • Die Website des Vegetarierbundes Deutschland informiert über die vegetarische Lebensweise und erläutert deren Bedeutung.
    www.vebu.de

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