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Tierschutz zum Anfassen am Patentag

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Tierschutz zum Anfassen am Patentag

Die Tiere im Tierschutzzentrum Weidefeld bekommen eine zweite Chance. Möglich wird dies durch die Unterstützung der Paten. Sie sind aus ganz Deutschland angereist, um ihre Schützlinge beim diesjährigen Patentreffen zu besuchen. Die Leiterin des Tierschutzzentrums und drei Tierpfleger erzählen in einem Interview von ihrer Arbeit.

  • Autor: Verena Jungbluth, Referentin in der Redaktion von DU UND DAS TIER

Was macht das Tierschutzzentrum Weidefeld einzigartig?

Die Redaktion von DU UND DAS TIER war am Patentag und am Tag der offenen Tür vor Ort und hat mit Katrin Umlauf, der Leiterin des Tierschutzzentrums, und verschiedenen Tierpflegern gesprochen. Lesen

Eineinhalb Kilometer umfasst ein Rundgang im Tierschutzzentrum. Umgeben von großen Wiesen und Bäumen wechseln sich verschiedene Gebäude und ehemalige Bunker mit den Gehegen ab. Die Besucher entdecken hinter jeder Ecke ein neues Zuhause verschiedenster Tiere. Nicht nur als Wildtierauffangstation und als Therapiezentrum für verhaltensauffällige Hunde, auch als einzige Seevogelrettungsstation in ganz Deutschland ist Weidefeld einzigartig. Derzeit leben auf dem ehemaligen Militärgelände rund 160 Tiere. Tieren in Not zu helfen – das macht die tägliche Arbeit aus.

„Wir versuchen alle Tiere von A bis Z durchzubringen und opfern jede Sekunde dafür, verwaiste, verletzte oder kranke Tiere aufzupäppeln“ erzählt Jacqueline Knuth, eine der vier Tierpfleger. Möglich ist dies durch die Unterstützung der Paten, der Mitglieder und durch Spenden an den Deutschen Tierschutzbund. Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, eröffnete das diesjährige Treffen und dankte den Paten für ihr Engagement. Dr. Irmela Ruhdel vom Deutschen Tierschutzbund, informierte in einem Vortrag über Tierversuche und Dr. Katrin Umlauf, Leitung des Tierschutzzentrums, gab einen Überblick über die aktuellen Zahlen und Erfolge der Arbeit. In den letzten zehn Jahren war Weidefeld temporäres Zuhause von rund 3.000 Wildtieren und 800 Haustieren.

Paten helfen den Tieren in Weidefeld

Erfahren Sie hier, was Paten dazu bewegt, die Tiere und das Tierschutzzentrum in Weidefeld zu unterstützen. Lesen

TIERSCHUTZ ZUM ANFASSEN

Um ihre tierischen Schützlinge zu besuchen, sind Paten aus ganz Deutschland angereist. „Ich fühle mich durch die Patenschaft persönlich mit dem Schicksal von Hilde verbunden. Wir haben einen ziemlich weiten Weg auf uns genommen, um sie zu besuchen“, erzählt Brigit Meurer, Patin von Hängebauchschwein Hilde. Christine Johannsen-Becker ist schon seit Jahren Patin von Ziegenbock Rüdiger: „Es ist schön, ihn hier heute zu sehen. Die ganze Anlage ist wirklich toll und ich finde es gut, dass man den Tieren mit einer Patenschaft die Chance gibt weiterzuleben.“

Die Schweine Rosi und Hörbi sind unzertrennlich.
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Patin Erika Krüger füttert mit Tierpfleger-Azubi Viviane Quade Rehbock Paul.

Von Anfang März bis Anfang August nehmen jedes Jahr viele Wildtierkinder die Zeit der Tierpfleger in Anspruch. Nadine Kohrs schwärmt von ihrer Arbeit: „Hier kann man den Tieren so nahe sein, wie nirgendwo sonst. Wenn ein Vogel einen kaputten Flügel hat, hältst du ihn direkt in deinen Händen und kannst ihm helfen. Wenn du ihn wieder frei lässt und er dann einfach seiner Wege fliegt, weißt du: ja – das hast du gut gemacht.“ Speziell für die Wildtiere ist auch Patin Erika Krüger angereist. „Ich habe in den Nachrichten gelesen, dass der kleine Rehbock Paul gerettet wurde. Ich habe mich sofort informiert, wie ich ihm helfen kann und eine Wildtierbaby-Patenschaft übernommen.“ Krüger durfte Paul gemeinsam mit Tierpfleger-Auszubildende Viviane Quade, die Flasche geben. „Ich habe vor Freude geweint“, erzählt sie über dieses Erlebnis.

Die Waschbären in Weidefeld freuen sich über ein neues Freilaufgehege, das durch die Marion-Klein-Stiftung finanziert wurde. Marion Klein unterstützt den Deutschen Tierschutzbund schon seit Jahren: „Wir lassen uns jedes Jahr etwas Neues einfallen. Ich finde das total klasse und habe da irre Spaß dran. Mich freut es einfach, wenn man wirklich etwas für die Tiere tun kann.“

NEUES HEIM FÜR EXOTEN

Noch in diesem Herbst beginnt im Tierschutzzentrum der Bau einer Quarantänestation für Papageien und eines Reptilienhauses. Besonders die Unterbringung für Reptilien ist von großer Bedeutung. Immer mehr Menschen halten sich Bartagamen, Schildkröten oder Kornnattern in ihren Wohnzimmern.

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In Weidefeld leben zahlreiche Papageien aus Tierschutzfällen.

Reptilien sind jedoch keine geeigneten Haustiere für jedermann und eine artgerechte Haltung ist in Privathand selten möglich. Überforderte Halter setzen ihre Tiere oft aus oder geben sie im Tierheim ab. „Die Tierheime können die große Menge an Tieren oft nicht mehr unterbringen. Mit dem geplanten Reptilienhaus und einer Außenanlage für Schildkröten wollen wir die Tierheime unterstützen und eine artgerechte Unterbringung schaffen“, erklärte Apel. Auf insgesamt 400 Quadratmetern sollen zukünftig vor allem schwer vermittelbare Wasser- und Landschildkröten, Leguane und Schlangen untergebracht werden.

TAG DER OFFENEN TÜR

Unter dem Motto „Zwölf Jahre aktiver Tierschutz” öffnete das Tierschutzzentrum seine Türen am Sonntag nach dem Patentreffen auch für jedermann. Neben Einheimischen und Urlaubern folgten auch der stellvertretene Bürgermeister der Stadt Kappeln, Rainer Moll, und Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes, der Einladung. Aus Berlin reiste zudem Ines Krüger, die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin an.

Neben Führungen über das weitläufige Gelände, informierten Experten über den richtigen Umgang mit Hunden und Pferden. Weitere Programmpunkte waren ein Tierarzt-Check für Hunde, eine Tierschutzrallye für Kinder und ein Flohmarkt. Natürlich war auch für das leibliche Wohl gut gesorgt. So gab es vegane Pizza, ein reichhaltiges Salatbuffet und Kaffee und Kuchen. Zusätzlich verkauften ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierschutzvereins Itzehoe und Kreis Steinburg vegetarische Leckereien für den guten Zweck.

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