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Aktion für Straßenkatzen

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Aktion für Straßenkatzen

Es sind die kleinen und großen Samtpfoten, die unsere Hilfe brauchen. Viele von ihnen leben im Verborgenen in Hinterhöfen oder Parks, sodass ihre Anzahl gar nicht so groß erscheint.

  • Autor: Nadia Wattad, Redaktionsleitung von DU UND DAS TIER

Doch der Schein trügt – im ukrainischen Odessa sollen es laut Schätzungen mehrere Zehntausend sein. Das Glück der Tiere ist, dass viele Einwohner sehr tierlieb sind und sich um die Katzen kümmern. Um die Anzahl der Katzen tiergerecht zu verringern, sind sie aber auf Unterstützung angewiesen. Das Tierschutz- und Kastrationszentrum des Deutschen Tierschutzbundes intensiviert daher seinen Kampf gegen das Tierleid der Straßenkatzen. Die Schlüsselwörter lauten auch hier: Einfangen, kastrieren und wieder freilassen. Dass solche groß angelegten Aktionen nicht nur tiergerecht sondern auch erfolgsversprechend sind, zeigt die zurückgehende Zahl der Hunde von über 70.000 in der Stadt Odessa in den letzten 16 Jahren auf etwa 3.000 bis 4.000 Tiere.

Nun konzentriert sich die Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes auf die umliegenden Gemeinden von Odessa, wo mehrere Zehntausend Straßenhunde leben

Kastration gegen Tierleid

Seit November dieses Jahres führt der Deutsche Tierschutzbund eine groß angelegte Katzen-Kastrationsaktion durch. Mithilfe von Gutscheinen, die beteiligte Tierkliniken ausgeben, können finanzschwächere Einwohner frei lebende Katzen zum Tierarzt bringen und dort kostenlos kastrieren und impfen lassen. Anschließend werden die Tiere wieder in ihrem Revier freigelassen.

„Viele Einwohner Odessas haben oft schon ein Vertrauensverhältnis zu den Tieren aufgebaut und können die Tiere dadurch sanft einfangen und zum Tierarzt bringen“, erklärt Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes und Projektleiter des Tierschutzzentrums Odessa, die Aktion.

Jede kastrierte Katze ist ein kleiner Erfolg. Ist sie nicht kastriert, bringt sie pro Wurf vier bis sechs Jungen zur Welt – und das bis zu viermal im Jahr. Da Straßenkatzen ursprünglich von Hauskatzen abstammen, sind sie von Natur aus nicht dafür gemacht, sich selbst und ihren Nachwuchs versorgen zu können.

Die Tiere sind oft unterernährt, schwach und leiden unter Katzenschnupfen und Parasiten, wie Würmern oder Flöhen. Viele junge Katzen erreichen das Erwachsenalter nicht.

Das Tierschutzzentrum kümmert sich

Seit 2005 haben die Tierärzte mehr als 60.000 Hunde und Katzen im Zentrum kastriert und gesundgepflegt. Zudem wurden über 9.000 Hunde und Katzen an ihre Besitzer zurückgegeben oder an neue, liebevolle Halter vermittelt – eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Der Deutsche Tierschutzbund hofft, dass auch die groß angelegte Aktion der Katzenkastration ein ebenso großer Erfolg wird.

Bildrechte: Deutscher Tierschutzbund e. V.