News der Woche: Windhundrennen in Großbritannien kosten 868 Tieren das Leben

London – Zwischen 2018 und 2022 sind bei Windhundrennen in Großbritannien 22.284 Windhunde verletzt worden. 868 Hunde bezahlten die Wettbewerbe, bei denen die Besucher*innen vor Ort oder Menschen aus aller Welt online viel Geld auf ihre tierischen Favoriten setzen, sogar mit dem Leben. Das geht aus einem Bericht der Regulierungsbehörde Greyhound Board of Great Britain hervor. Dass die Rennen in Tausenden Fällen mit Verletzungen wie Knochenbrüchen oder dem Tod enden, ist dabei nicht der einzige Tierschutzskandal. Auch hinter den Kulissen geht es grausam zu. „Die Tiere werden wie im Pferderennsport oder bei Kamelrennen allein aus finanziellen Interessen zu Höchstleistungen gezwungen, regelrecht verbraucht und oftmals einfach entsorgt, wenn sie die sportlichen Erwartungen nicht oder nicht mehr erfüllen“, berichtet Lisa Hoth-Zimak, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Kommerzielle Windhundrennen in Deutschland verboten

Britische Tierschützer*innen setzen sich seit Jahren für ein Verbot des „Sports“ ein, der unter anderem auch in Irland, Spanien und Teilen der USA nach wie vor professionell betrieben wird. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kommerzielle Windhundrennen hingegen verboten. Das gilt hierzulande auch für die Wetten auf Rennen im Ausland. Erlaubt sind hingegen Windhundrennen auf Amateurebene. Die Vereine, die diese veranstalten, setzen neben Greyhounds auch Afghanen, Galgos, Podencos und Hunde anderer Rassen ein. „Solange das Wohl der Tiere im Vordergrund steht, sie nicht überfordert werden, die Leistung freiwillig erbringen und Haltung und Training tiergerecht sind, ist Sport mit Hunden aus Sicht des Tierschutzes vertretbar“, sagt Hoth-Zimak. Denn das schnelle Laufen entspricht durchaus dem rassetypischen Bewegungsbedürfnis der Tiere. „Sobald jedoch hohe Gewinnsummen im Spiel sind und Menschen die Hunde für ihre Zwecke missbrauchen, überschreitet das eindeutig die Grenze zur Tierqual und verstößt gegen das Tierschutzgesetz.“ Laut dem ist es verboten, „einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen“.

(© Symbolfoto: Pixabay – Herbert Aust (Windhund))

 

 

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