News der Woche: Tollwut bei einem Hundewelpen in Bremen nachgewiesen

Bremen – Eigentlich galt Deutschland seit 2008 offiziell als frei von der terrestrischen Tollwut – gemeint ist damit die Tollwut bei Tieren, die nicht fliegen können. Nur die zu unterscheidende Fledermaustollwut wurde vereinzelt immer wieder nachgewiesen. Doch nun ist in der Stadt Bremen bei einem Kangalwelpen das tödliche Virus aufgetreten, wie die Freie Hansestadt Anfang der Woche in einer Pressemitteilung bestätigte. Eine Tierklinik, die den Hund behandelte, hatte den Fall dem Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst des Landes Bremen (LMTVet) gemeldet. Dem Tier ging es bei der Einlieferung in die Tierklinik bereits so schlecht, dass es kurz darauf verstarb. Ein erster Schnelltest war positiv ausgefallen – der Nachweis von Tollwut und eine Bestätigung im Verdachtsfall kann lediglich am toten Tier erfolgen. Ergebnisse der vorgeschriebenen amtlichen Bestätigungsuntersuchung stünden der Stadt Bremen zufolge noch aus. Wie sich herausstellte, haben die Halter den ungeimpften jungen Welpen offenbar rechtswidrig aus dem Ausland nach Deutschland gebracht. Normalerweise dürfen nur Haustiere, die gegen Tollwut geimpft sind, ab einem bestimmten Mindestalter die Landesgrenzen passieren.

Akute Gefahr für Mensch und Tier

Nach Bekanntwerden des Falls habe das Bremer Gesundheitsamt laut Pressemitteilung sofort ermittelt, wer mit dem Hundewelpen in Kontakt gekommen war – denn die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar und höchst gefährlich. 41 Kontaktpersonen wurden daraufhin gegen das Virus geimpft, darunter die Halterfamilie sowie die Mitarbeiter einer Tierarztpraxis und der Tierklinik, in der das Tier verstorben war. „Wenn Menschen an Tollwut erkranken, sterben sie in jedem Fall. Bei einer Infektion oder wenn sie Kontakt zu einem erkrankten Tier hatten, kann nur eine schnelle Notimpfung Schlimmstes verhindern“, erläutert Lisa Hoth-Zimak, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Dieser Fall verdeutliche, welche Gefahr von Tollwut ausgehe und wie wichtig eine verpflichtende Impfung bei Haustieren sei, so die Expertin. Dabei äußert sie auch Kritik an der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (Stiko Vet): „Seit diesem Jahr gibt die Stiko Vet die Tollwut nicht mehr als Core-Impfung, also als Pflichtimpfung, für Hunde und Katzen an“, so Hoth-Zimak. „Lediglich beim Grenzübertritt wird diese vorausgesetzt. Wenn ein an Tollwut erkranktes Tier Kontakt zu einem ungeimpften Tier hatte, können Behörden bereits bei Verdacht entweder die Isolierung, Beobachtung und gegebenenfalls Impfung, oder aber die unverzügliche Tötung dieser Tiere anordnen.“ Auch das Leben von Tierheimmitarbeitern und Tierärzten sei angesichts des hohen Ansteckungsrisikos durch Bisse, aber auch über den Speichel und kleinste Hautverletzungen gefährdet. Aufgrund des angestiegenen illegalen Welpenhandels und des damit verbundenen Risikos weiterer Tollwut-Fälle in Deutschland empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund allen Tierbesitzern, ihre Hunde und Freigänger-Katzen gegen Tollwut impfen zu lassen – zum Schutz für Mensch und Tier.

(© Symbolfoto: Pixabay – glacika56)

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