News der Woche: Zehn Jahre Sperre für tierquälenden Springreiter

Lausanne – Der Weltreiterverband Fédération Équestre Internationale (FEI) hat den US-amerikanischen Springreiter Andrew Kocher „wegen der Verwendung von elektrischen Sporen bei Pferden“ für zehn Jahre suspendiert. Im Sommer 2020 hatte das französische Magazin „Grandprix“ nach Hinweisen eines Informanten Fotos und einen Bericht veröffentlicht, der dem Reiter und Pferdehändler vorwarf, seine Tiere bei mehreren Turnieren und Trainings mit Elektroschocks angetrieben zu haben. Die Bilder legten den Verdacht nahe, dass Kocher mittels eines Druckknopfes in seiner Hand seine Sporen unter Strom setzte, um die Tiere durch die Schmerzen zu höheren Leistungen zu zwingen. Knopf und Sporen waren dabei offenbar durch versteckte Drähte in seiner Hose verbunden. Das Tribunal des FEI sieht dies nun als erwiesen an, suspendierte Kocher darum und disqualifizierte ihn rückwirkend von acht Turnieren, für die fotografische Beweise der tierquälerischen Praxis vorlagen. Das Urteil verbietet ihm sogar, während der Suspendierung als Zuschauer „an Wettbewerben oder Veranstaltungen teilzunehmen, die von der FEI oder einem nationalen Verband genehmigt oder organisiert wurden“.

Oft zählt nur die Höchstleistung

Der Deutsche Tierschutzbund verurteilt die tierschutzwidrige Methode und begrüßt das harte Vorgehen des FEI. „Dieses brutale Vorgehen mit hohem technischen Aufwand, das den Tieren große Schmerzen zufügt und mit Angst verbunden ist, ist wahrlich erschreckend“, sagt Andrea Mihali, Leiterin der Abteilung für Interdisziplinäre Themen beim Deutschen Tierschutzbund. „Es ist wichtig, dass diese grausamen Methoden nicht geduldet werden. Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich schon lange dafür aus, dass Reiter und ihre Pferde vor Turnierstart auf verbotene, tierschutzwidrige Ausrüstung untersucht werden und die Liste der verbotenen Hilfsmittel aktualisiert wird.“ Solche Vergehen seien sicherlich nicht der Alltag im Pferdesport, doch auch Trainingsarten wie das verbotene Barren gehören in manchen Ställen leider noch immer dazu. Auch im Galopp- und Trabrennsport beispielsweise zählt oft nur die Höchstleistung. Dort sind Peitschenhiebe, Zungenbänder und vieles mehr nach wie vor an der Tagesordnung und immer wieder sterben weltweit Tiere nach Unfällen auf den Rennbahnen. Darum setzt sich der Deutsche Tierschutzbund für die Sportpferde ein und hat gemeinsam mit anderen Tierschutzverbänden an den Leitlinien „Tierschutz im Pferdesport“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mitgewirkt – und trotz zu kritisierender Ausnahmen zahlreiche Verbesserungen für die Tiere erreicht.

(© Symbolfoto: Pixabay – romavor)

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