News der Woche: Spanien: Stiere leiden bei der Hatz und in Kämpfen

Pamplona – Wie jeden Sommer finden seit Anfang Juli Stierhatzen beim traditionellen Fest zu Ehren des Heiligen San Fermín in der nordspanischen Stadt Pamplona statt. Hunderte Menschen, vorwiegend junge Männer, treiben dabei acht Tage lang jeden Morgen über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und Leitochsen durch die engen Gassen der Altstadt. In den ersten Tagen verletzten die völlig verängstigten Tiere bei ihrer panischen Flucht bereits mindestens acht Läufer*innen – am Ende des Festes werden es wie jedes Jahr wahrscheinlich wieder 200 bis 300 Menschen sein. Zielort der täglichen Hatz ist die Arena, in der abends Stierkämpfe ausgetragen werden, die für die Tiere immer mit dem Tod enden. Tierschützer*innen protestieren auch in diesem Jahr wieder vor Ort und machen mit Hörnern und roter Farbe im Gesicht auf das massive Leid aufmerksam. Trotz der Kritik sind die Stierrennen und -kämpfe nach wie vor extrem beliebt: Zehntausende Zuschauer*innen, darunter auch viele Tourist*innen, verfolgen jährlich die gewaltvollen Spektakel. Das Staatsfernsehen und weitere Sender übertragen die brutalen Veranstaltungen zudem live.

Tradition rechtfertigt Tierquälerei nicht

Seit Ende des 16. Jahrhunderts wird das Volksfest „Sanfermines“ ausgerichtet, die Stierkämpfe und -hatzen in Pamplona existieren somit seit mehr als 400 Jahren. Der Deutsche Tierschutzbund verurteilt die unter dem Deckmantel der Tradition veranstalteten Praktiken zutiefst. Mehrere zehntausend Stiere werden so in Spanien Jahr für Jahr nur zu Unterhaltungszwecken gequält und getötet. Ihre Tötung ist absolut grausam: Die Matador*innen stechen den Tieren mit einem Degen direkt hinter dem Schulterblatt ins Herz. Meist müssen sie den Stich mehrmals wiederholen, bis der Stier wirklich tot ist. Es ist unverantwortlich, dass diese tierquälerische und an Brutalität kaum zu überbietende Tradition immer noch erlaubt ist. Der Verband fordert seit Jahren ein Ende der furchtbaren Stierkämpfe.

(© Foto: Unsplash – Paul Kenny McGrath (Stierkampf))

 

 

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