Saarland: „Catch and Release“ bald verboten?

Diente das Angeln früher vor allem dem Nahrungserwerb, wird es heute eher als „Sport“ und Freizeitbeschäftigung betrieben. Fische alleine zum Spaß zu angeln ist ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – dennoch ist es vielerorts noch Gang und Gäbe. Trotz der eindeutigen Rechtslage angeln Menschen immer wieder gezielt große Fische – aus Lust am Wettkampf, aus Profilierungssucht und um sich mit Fotos zu brüsten. Anschließend setzen sie die Fische ins Wasser zurück – für die Tiere bedeutet all dies Stress und Schmerzen. Nicht selten sterben sie an den Folgen.

Gesetzentwurf im Saarländischen Landtag

Das Trophäenfischen, auch Catch and Release genannt, ist in den meisten Ländergesetzen inzwischen verboten. Auch das Saarland zieht jetzt nach: Angeln und Fischerei stehen auf der Tagesordnung des Plenums im Saarländischen Landtag. Heute wird ein Gesetzentwurf zur Änderung der fischereirechtlichen Vorschriften im Saarland an den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz gesendet. Unter anderem soll das tierschutzwidrige Catch and Release verboten werden.

Fische empfinden Schmerzen

Beim Trophäenfischen wird völlig außer Acht gelassen, dass Fische Schmerzen empfinden und leiden. Aus Tierschutzsicht ist Catch and Release Tierquälerei. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt das Angeln als Sport und Freizeitbeschäftigung generell ab und hat aus diesem Grund in der Vergangenheit immer wieder Strafanzeigen gegen Trophäenangler gestellt. Der Verband setzt sich dafür ein, dass tierschutzwidrige Praktiken in der Angelfischerei endgültig abgeschafft werden. Der Gesetzentwurf im Saarländischen Landtag ist auf diesem Weg ein wichtiger Schritt.

Erfahren Sie mehr zum Thema Catch and Release auf der Kampagnenseite des Deutschen Tierschutzbundes. Lesen Sie den Artikel „Fische leiden leise“ von DU UND DAS TIER, um mehr über das Schmerzempfinden von Fischen zu erfahren.

(Foto: Kampagnenmotiv “Töten auf Raten” © Deutscher Tierschutzbund e. V.)

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