News der Woche: Rund 50 Vögel und zwei Nasenbären aus illegalem Tiertransport gerettet

Schwandorf – Etwa 40 Gänse und Enten verschiedener Rassen, sechs Stelzenläufer, zwei schwarze Schwäne und zwei Rote Nasenbären – all diese Tiere hat die Polizei vor wenigen Tagen nachts bei einer Großkontrolle auf einem Rastplatz an der A6 bei Schwandorf in der Oberpfalz in einem Kombi vorgefunden. Bei dem Fahrer handelte es sich offenbar um einen Tierarzt aus Tschechien, der den Behörden schon mehrfach aufgefallen war. Bei der Kontrolle soll er widersprüchliche Angaben zur Herkunft der Tiere und zum Zweck des Transports gemacht haben. „Die Transportboxen waren aufgrund ihrer Größe für den Transport der Tiere ungeeignet, außerdem war der Besatz zu hoch, wodurch die Tiere auch Verletzungen im Gefieder aufwiesen“, berichtet der Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern. Andreas Brucker, der dessen Präsidium angehört, war noch in der Nacht vor Ort und unterstützte das zuständige Veterinäramt dabei, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für die beschlagnahmten Tiere zu finden.

Massiver Verstoß gegen geltendes EU-Recht

Bei dem Transport handelt es sich auch um einen massiven Verstoß gegen geltendes EU-Recht. Denn der ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimatete Rote Nasenbär zählt in Europa zu den sogenannten invasiven Arten – sie dürfen innerhalb der Europäischen Union prinzipiell nicht befördert, gehalten, gezüchtet, aufgezogen freigesetzt oder verkauft werden. Als „gebietsfremd“ und „invasiv“ gelten Tierarten, die aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet „durch menschliches Einwirken“ in die Staatengemeinschaft eingebracht wurden, sich anschließend ausbreiten konnten und – laut der EU – die biologische Vielfalt, andere Tier- und Pflanzenarten sowie die heimischen Ökosysteme gefährden.

Konsequentes Vorgehen gegen illegalen Tierhandel gefordert

„Auch wenn die Tiere vielleicht nur auf Durchreise in Deutschland waren, sind wir froh, dass dieser Transport gestoppt wurde“, betont Ilona Wojahn, Präsidentin des Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern. „Jegliche tierschutzwidrigen Transporte und der illegale Handel mit Exoten sind generell abzulehnen. Schmerzen, Leiden und Schäden werden bereits durch die schlechten Transportbedingungen hervorgerufen und auch die Zukunft der Tiere ist ungewiss.“ Der Landesverband Bayern fordert daher ebenso wie der Deutsche Tierschutzbund ein konsequentes Vorgehen gegen die Verantwortlichen von illegalem Tierhandel. Da illegale Händler ihre Tiere oftmals anonym über das Internet anbieten, muss unter anderem der Onlinehandel mit Tieren jeglicher Art dringend eingeschränkt werden. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich darum unter anderem für ein entsprechendes Verbot ein. Zumindest muss der Onlinehandel mit Tieren gesetzlich reguliert werden.

(© Fotos: Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.)

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