News der Woche: Mehrere Bundesländer stoppen Tiertransporte in Drittstaaten

Berlin/Brüssel – Der vorhandene Platz ist gering, die Angst und Erschöpfung sind dafür umso größer. Bislang mussten Rinder auf Transporten in Länder außerhalb Europas genau das erleben. Dabei standen sie tagelang – noch dazu auf der gleichen Einstreu in ihren Exkrementen – und bekamen nur in den seltensten Fällen genug Wasser und Futter. Damit ist jetzt endlich Schluss, zumindest werden die Leidensfahrten aus den meisten Bundesländern erschwert. Nordrhein-Westfalen hat außerdem auch Langstreckentransporte von nicht abgesetzten Kälbern verboten.

Das sind Entscheidungen im Sinne der Rinder und Kälber, die der Deutsche Tierschutzbund und seine Landestierschutzverbände begrüßen. „Während Bundesministerin Klöckner bislang untätig bleibt und in Deutschland noch nicht für eine einheitliche und rechtssichere Regelung auf Bundesebene gesorgt hat, handeln die Bundesländer“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Tierschützer hatten schon lange angemahnt, dass die Transporte bis zum Bestimmungsort in Drittstaaten nicht tierschutzkonform durchgeführt werden. Unter anderem fehlen Ergebnisse amtlicher Tiertransportkontrollen, Versorgungsstationen auf den Routen, geeignete Tränkemöglichkeiten für Kälber auf den Lastern und Pausen zu den vorgegebenen Zeiten. Die Fahrer überschreiten zudem immer wieder die maximalen Transportzeiten. Dies haben die Ministerien der Länder nun bestätigt. „Die anderen Bundesländer müssen diesem Vorgehen folgen. Und wir erwarten, dass auch Bundesministerin Klöckner endlich Gas gibt, die Exportstopps der Länder positiv bewertet und sich auf EU-Ebene auch in ihrer Funktion als Vorsitzende des EU-Agrarrats für ein Ende der Transporte stark macht“, fordert Schröder.

So erfreulich die Entwicklung in Deutschland ist, umso wichtiger ist es aber auch eine europäische Lösung zu finden. Die Zuchtunternehmen müssen daran gehindert werden, Rinder von Deutschland aus zunächst in andere EU-Länder zu schicken und von dort aus in Länder außerhalb Europas.

(© Symbolfoto: Jo-Anne McArthur)

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