News der Woche: Von der Rennbahn zum Schlachthof

Australien – Wer denkt, dass Rennpferde nach ihrem „Karriereende“ eine ruhige Zeit auf einer großen Weide zusammen mit Artgenossen erwartet, der irrt. Wie der Tierschutzbund Zürich und die Animal Welfare Foundation nun in einem Film dokumentiert haben, landen in Australien jährlich 4.000 bis 5.000 Trab- und Galopprennpferde im Schlachthof – und von dort auf den Tellern der Europäer. Denn wenn die Tiere nach etwa drei Jahren als Rennpferde ausgedient haben, sehen viele ihrer Besitzer sie als nutzlos an und verkaufen sie an Schlachtpferde-Käufer, einer der größten ist das Unternehmen Meramist. Was die Tiere dann erwartet, ist ein Martyrium: Wie der Film zeigt, werden sie in der größten Hitzezeit Australiens oft gewaltsam in fremden Gruppen in große offene Hänger verladen und zu einem Schlachthof oder einer Sammelstelle gebracht. Wenn sie völlig erschöpft dort ankommen, warten sie einen ganzen Tag lang in der prallen Sonne auf ihre Schlachtung – und das ohne Futter. Da die Pferde an diesen Sammelstellen auch auf viele fremde Artgenossen stoßen, was auf dem eng begrenztem Raum zu bitteren Rangkämpfen führt, ist das für sie ein zusätzlicher Stress- und Verletzungsfaktor – denn die Schlachtpferde-Käufer achten natürlich nicht darauf, ob die Pferde sich vertragen oder nicht. „Die Tiere sind zum Teil verletzt, verwundet, lahmen und an ihrem Gesichtsausdruck ist eindeutig abzulesen, dass sie starke Schmerzen haben und ein Tierarzt sie eigentlich unbedingt behandeln müsste“, schildert Andrea Mihali, Leiterin der Abteilung für Interdisziplinäre Themen beim Deutschen Tierschutzbund. „Hier wird dem großen Leid der Tiere keine Beachtung geschenkt und es für den Profit einfach in Kauf genommen.“ Das Pferdefleisch ist dann für den Export in die Europäische Union und in die Schweiz bestimmt. „Obwohl der Schlachthof Meramist enorm gegen EU-Tierschutzvorschriften verstößt, hat die EU das Unternehmen als einzigen Pferdefleischimporteur aus Australien genehmigt,“ so Mihali. Der Deutsche Tierschutzbund und andere Organisationen fordern daher die EU auf, einen Importstopp für Pferdefleisch aus Australien zu verhängen.

(© Symbolfoto: Pixabay)

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