News der Woche: Pferdekutschen in Palma de Mallorca ab 2024 verboten

Palma de Mallorca – Der Stadtrat von Palma de Mallorca hat ein Verbot von Pferdekutschen beschlossen. Ab 2024 sind im Stadtgebiet nur noch elektrisch betriebene Kutschen zugelassen. Nach jahrelanger Kritik von Tierschützern hatte das online veröffentlichte und zehntausendfach abgerufene Video eines gestürzten Pferdes in den vergangenen Wochen für erneute Diskussionen gesorgt. Darauf ist zu sehen, wie ein Kutscher das am Boden liegende Tier sehr grob behandelt. Unter anderem zerrt er wiederholt an seinem Zaumzeug, um es aufzurichten. Derweil bleiben die Touristen in der Kutsche sitzen. Der Clip wurde laut Medienberichten bei einer Temperatur von 40 Grad aufgenommen, aufgrund der das Pferd zusammengebrochen sein soll. Es galt eine entsprechende Hitzewarnung. „Wir begrüßen das Verbot der Kutschfahrten“, sagt Nina Brakebusch, Referentin für Interdisziplinäre Themen beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Tiere werden bei Hitze und anderen extremen Bedingungen bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht – und darüber hinaus. Das ist kein touristisches Vergnügen, sondern eine Qual für die Pferde.“

Tiere erhalten keine Pausen oder Schutz vor Sonne

In vielen anderen Touristenregionen werden Pferde, aber auch Esel oder Kamele allerdings auch weiterhin als Kutsch- und Reittiere eingesetzt. „Ihre Halter verwenden oft schlecht sitzende oder scheuernde Ausrüstung. Zudem nehmen sie keine Rücksicht darauf, wie viel die Tiere wirklich ziehen oder tragen können“, erklärt Brakebusch. Bei entsprechend hoher Nachfrage gewähren sie ihnen zudem keine Pausen. Kommen wenige Touristen, stehen die Tiere oft stundenlang angebunden oder eingespannt in der Sonne. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt Reisenden daher, im Zweifelsfall auf die Kutschfahrt oder den Reitausflug zu verzichten. Insbesondere, wenn die Temperaturen hoch sind und die Tiere kaum Wasser und Schatten zur Verfügung haben. So können sie dazu beitragen, nicht nur in Palma de Mallorca, sondern auch in anderen Regionen dem Leid der Tiere ein Ende zu setzen, wo die Politik ihm noch keinen Riegel vorschiebt.

(© Foto:  Pixabay – Ernst (Pferd und Kutsche))

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