News der Woche: Riesiger Ölteppich bedroht die Tierwelt Kaliforniens

Los Angeles – Durch ein Leck in einer Pipeline bedroht ein 33 Quadratkilometer großer Ölteppich an der kalifornischen Küste die dort heimische Tier- und Pflanzenwelt – zahlreiche verklebte Vögel, Fische und weitere Wildtiere wurden bereits an den Ufern südlich von Los Angeles angespült. Angesichts der rund 550.000 Liter Rohöl, die ins Meer geflossen sind, sprechen die Stadtverwaltung von Huntington Beach sowie Tier- und Umweltschützer von einer der größten Katastrophen, die in den vergangenen Jahrzehnten vor Kalifornien durch Pipelines oder Bohrinseln verursacht wurden. Gouverneur Gavin Newsom hat für den Bezirk den Notstand ausgerufen, Hunderte Einsatzkräfte versuchen zudem, den zähflüssigen Film mit schwimmenden Barrieren vom Festland und Naturschutzgebieten fernzuhalten. In Gefahr ist vor allem das Feuchtgebiet Talbert Marsh in Huntington Beach, in dem allein etwa 80 Vogelarten leben und das Zugvögeln als Zwischenstopp dient.

Regeneration von Ökosystemen dauert

Das Leck wurde inzwischen provisorisch repariert – die Betreiberfirma der Pipeline geht zurzeit davon aus, dass es durch einen Schiffsanker verursacht wurde. Die Säuberungsarbeiten werden jedoch noch einige Wochen andauern und die Auswirkungen, die die Ölpest auf die Tiere und Pflanzen haben wird, sind kaum zu ermessen. „Ökosysteme brauchen meist Jahre, um zu regenerieren“, sagt James Brückner, Leiter der Abteilung Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Studien haben gezeigt, dass beispielsweise nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon am Golf von Mexiko 2010 sogar heute noch Ölspuren in Tausenden von Fischen vorhanden sind.“ Solche verheerenden Ölkatastrophen sind bei weitem keine Seltenheit. Immer wieder kommt es weltweit vor, dass durch Unfälle auf Bohrinseln, Schiffshavarien und beschädigte oder marode Pipelines tausende Liter Erdöl die Meere und Küstengebiete verschmutzen und tausende Tiere infolgedessen sterben. Da einige Öleinrichtungen an den US-Küsten ohnehin als veraltet gelten, fordern Umweltverbände bereits seit Jahrzehnten, die Ölbohrungen zu stoppen. Auch aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes müssen insbesondere ältere Anlagen außer Betrieb genommen werden. „Es ist vor allem wichtig, dass Ölförderungen nicht mehr mitten in oder in der Nähe von sensiblen Ökosystemen oder Schutzgebieten stattfinden“, betont Brückner.

Der Deutsche Tierschutzbund leistet mit seiner Seevogelrettungsstation im Tierschutzzentrum Weidefeld an der Ostsee auch selbst aktive Hilfe im Notfall und reinigt und versorgt verölte Seevögel aus der Region. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

(© Fotos: Unsplash – Steve Adams)

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