News der Woche: Männliche Ratten gebären in grausamen Tierversuchen Jungtiere

Shanghai – Der englische Boulevard geizt selten mit dramatischen Formulierungen, doch hinter den wissenschaftlichen Experimenten, die die Zeitung „The Sun“ mit denen von Frankenstein vergleicht, steckt wahrer Horror: Ein Forscherteam in Shanghai hat vor kurzem kastrierte männliche Ratten dazu gebracht, Junge zu gebären. Dazu haben sie sie mit weiblichen Tieren zusammengenäht, damit sich ihre Blutkreisläufe vereinigen. Später haben sie den Männchen eine Gebärmutter implantiert, darin Embryos eingesetzt und nach rund drei Wochen einen Kaiserschnitt durchgeführt. Acht Wochen nach dem Zusammennähen wurden die Tiere dann wieder voneinander getrennt. Mit zehn von insgesamt 280 eingesetzten Embryonen haben nicht einmal vier Prozent der Jungtiere das Erwachsenenalter erreicht.

Wissenschaftlicher Nutzen sehr zweifelhaft

Damit sei den Forschern eigenen Angaben zufolge zum ersten Mal das Modell einer männlichen Schwangerschaft bei Säugetieren gelungen, wodurch sie sich signifikante Einflüsse auf die Reproduktionsmedizin erhoffen. Andere Wissenschaftler und Tierschützer bezweifeln den Nutzen dieser grausamen Tierversuche hingegen, da sie lediglich zeigen, wie wichtig weibliche Organe und Hormone für eine erfolgreiche Schwangerschaft sind. Dies steht in keinerlei Verhältnis zu den Leiden, Schmerzen, Schäden und Ängsten, die den Tieren in diesen Experimenten zugefügt wurden. Darunter fallen auch drastische Komplikationen wie Wundinfektionen und Abstoßungsreaktionen der transplantierten Organe. Zudem seien die Erkenntnisse nicht auf den Menschen übertragbar, so die Kritiker. „Ethisch ist es nicht zu rechtfertigen, Lebewesen, die in vergleichbarer Weise wie der Mensch schmerzempfindlich und leidensfähig sind, aus Neugier aufzuschneiden, sie mit Artgenossen zusammenzunähen und weiteren Operationen auszusetzen“, sagt Tilo Weber, Referent für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund. „Zudem ist ein Mensch keine Ratte. Allein aufgrund ihres unterschiedlichen Körperbaus, Stoffwechsels und Erbguts lassen sich die Ergebnisse aus solchen Experimenten nur schwer auf den Menschen übertragen.“ Der Deutsche Tierschutzbund fordert bereits seit Jahrzehnten gesetzliche Verbote von schwerbelastenden Tierversuchen und eine Ausstiegsstrategie zur schrittweisen Beendigung aller Tierversuche. So diskutiert der Verband gemeinsam mit Politikern sowie Wissenschaftlern und Vertretern aus Industrie und Behörden darüber, welche Versuche durch moderne, tierleidfreie Methoden ersetzt werden können und setzt sich stetig für ein Umdenken in der Wissenschaft ein.

(© Foto: Pixabay – Karsten Paulick)

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