News der Woche: Landwirtschaft: Hitze endet für zwei Schafe tödlich und verschärft Futterknappheit

Deutschland/Schweiz – Zwei Schafe starben Ende Juli im Rhein-Erft-Kreis, nachdem sie ungeschützt in der prallen Sonne stehen mussten. Der Hitze waren rund 300 Tiere ausgeliefert. Das Kreisveterinäramt und das Tierheim Bergheim versuchten, ein bereits zusammengebrochenes Tier herunterzukühlen – das geschwächte Schaf starb jedoch. Ein weiteres Schaf war schon beim Eintreffen der Helfer*innen tot. Der Fall verdeutlicht, welche schwerwiegenden Folgen hohe Temperaturen für landwirtschaftlich gehaltene Tiere haben können. Ab etwa 26 Grad Celsius drohen Schweinen und Schafen Hitzestress, Kreislaufprobleme und Dehydrierung. Rinder reagieren bereits auf steigende Temperaturen ab etwa 16 Grad Celsius empfindlich. Darüber hinaus fehlen Landwirtinnen und Landwirten wegen verdorrter Wiesen Futter für ihre Tiere. Dem Landesbauernverband Baden-Württemberg zufolge steht ihnen aktuell 30 bis 40 Prozent weniger Futter zur Verfügung als zu diesem Zeitpunkt sonst üblich. Einige verfüttern schon jetzt Wintervorräte. In der Schweiz werden wegen des Futtermangels zahlreiche Kühe früher geschlachtet. Im letzten Monat waren es rund 3.500 Kühe mehr als im Vorjahreszeitraum.

Hitzeschutz bedeutet Tierschutz

„Mit zunehmenden und extremeren Hitzewellen infolge des Klimawandels steigt auch das Risiko für hitzebedingtes Tierleid bis hin zum Tod“, sagt Franziska Hagen, Referentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. „Vor allem Geflügel und Schweine sind betroffen, da sie ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren können. Zudem können sie in konventionellen Haltungsformen der Hitze kaum ausweichen und sind durch die hohen Leistungen, die ihnen angezüchtet wurden, ohnehin besonders anfällig für hohe Temperaturen“, so die Expertin weiter. Damit Tiere während Hitzeperioden gesund bleiben, benötigen sie jederzeit Zugang zu frischem, sauberem Trinkwasser. An heißen Tagen steigt ihr Wasserbedarf erheblich. Ebenso wichtig sind ausreichend Schatten sowie Möglichkeiten zur Abkühlung etwa durch Ventilatoren oder Verdunstungskühler. Weidetiere sollten während besonders starker Hitze erst in den Nachtstunden auf die Felder. Der Deutsche Tierschutzbund fordert unter anderem weniger Hochleistungsrassen und verpflichtende wirksame Hitzeschutzkonzepte für alle Tierhaltungsbetriebe.

Pflanzliche Ernährung ist resilienter

Extremwetterlagen wie die diesjährigen Hitzewellen sind auch auf die Dimensionen der landwirtschaftlichen Tiernutzung zurückzuführen. Denn die Tierhaltung und die Produktion tierischer Lebensmittel verbrauchen viele Ressourcen und tragen durch hohe Emissionen stark zum Klimawandel bei. „Eine pflanzliche Ernährung ist nachgewiesen nachhaltiger als die fleischlastige Durchschnittsernährung in Deutschland und anderen Industrienationen. Daher ist sie ein wichtiger Baustein, um die Auswirkungen des Klimawandels zu entschärfen. Zudem ist ein auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtetes Ernährungssystem resilienter gegenüber Krisen wie Hitze und steigert somit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung“, sagt Dr. Isabel Knößlsdorfer, Referentin für Veganismus beim Deutschen Tierschutzbund. Wer Tiere und die Umwelt schützen möchte, findet auf weiljedemahlzeitzählt.de einen Leitfaden sowie viele Tipps und Rezepte für einen Umstieg auf eine vegane Ernährung.

(Symbolfoto: Unsplash – Tanner Yould (Schafe); david-foodphototasty (Obst und Gemüse))

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