News der Woche: Importierter Junghund stirbt an Tollwut

Rhein-Pfalz-Kreis – Erstmals seit 2021 ist in Deutschland wieder ein Hund nachweislich an Tollwut verstorben. Das Jungtier, das aus Russland nach Rheinland-Pfalz importiert worden war, starb Ende Januar in der Quarantänestation eines Tierheims. Laut den mitgeführten Dokumenten war das Tier fast acht Monate alt, gechippt, gegen Tollwut geimpft und verfügte über einen Tollwut-Antikörper-Titer-Test. Die nach dem Tod durchgeführte Untersuchung ergab jedoch, dass das tatsächliche Alter des Tieres deutlich darunter lag und der Welpe nicht wirksam gegen die tödliche Infektionskrankheit geschützt war. Die Behörden stufen den Import als illegal ein. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermittelt nun wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tiergesundheitsgesetz.

Unter dem Deckmantel des Tierschutzes

„Dieser Fall zeigt erneut, wie wichtig es ist, dass beim Import von Tieren aus dem Ausland alle Regularien strikt eingehalten werden und Interessierte beim Kauf auf eine seriöse Vermittlung achten“, erklärt Dr. Romy Zeller, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Ob es in diesem Fall bewusste Manipulation war, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass illegaler Welpenhandel häufig als Auslandstierschutz getarnt wird. Organisationen nutzen das Mitgefühl von Tierfreund*innen gezielt aus, um mit falschen Tatsachen auf dem Rücken der Tiere Geld zu machen“. Die Folgen illegalen Welpenhandels sind für die Tiere dramatisch: Jungtiere werden ihren Eltern viel zu früh entrissen, leiden unter tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen, müssen stundenlange Transporte ertragen und erkranken infolgedessen häufig schwer oder sterben sogar. Krankheiten können auch auf andere Tiere und auf Menschen überspringen – Tollwut endet, wie im aktuellen Fall, immer tödlich, sobald Symptome auftreten. „Die Politik muss endlich handeln, um den illegalen Welpenhandel einzudämmen, beispielsweise über eine Regulierung des Onlinehandels mit Tieren“, fordert Zeller.

Seriöse Vermittlung erkennen

Seriöse Auslandstierschutzvereine setzen in erster Linie auf Hilfe vor Ort – etwa durch Kastrationen, medizinische Versorgung und Aufklärungsarbeit. Wenn sie Tiere nach Deutschland vermitteln, verfügen sie über die notwendige Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz und halten sich strikt an alle Importvorschriften. Sie arbeiten transparent und stellen vollständige Unterlagen bereit. Darüber hinaus impfen sie die Hunde nicht nur gegen die gesetzlich vorgeschriebene Tollwut, sondern auch andere Hundeerkrankungen, behandeln gegen Parasiten, klären über sogenannte Reisekrankheiten auf und lassen auf diese im veterinärmedizinischen Labor testen. Der Deutsche Tierschutzbund und seine Mitgliedsvereine stehen für verlässliche Arbeit nach diesen Standards. Informieren Sie sich online zum Thema Auslandstierschutz und worauf Sie beim Umgang mit Straßentieren im Ausland achten sollten.

(Symbolbild: Tierheim Feucht (Hund in Quarantänestation))

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