News der Woche: Immer weniger Amphibien in Bayern

Regensburg – Die Zahl der Amphibien geht zurück. Das haben Untersuchungen des BUND Naturschutz in Bayern ergeben. In 14 Regionen zählten sie weniger Frösche, Kröten und Molche als in den Jahren davor. In drei Gebieten war die Zahl stabil. Nur drei Orts- oder Kreisgruppen meldeten einen Anstieg. Tierschützer hatten gehofft, dass sich die Populationen erholen könnten, nachdem der Sommer 2021 etwas regenreicher, feuchter und somit günstiger für die Tiere war. „Die beunruhigenden Zahlen bestätigen die deutschlandweite Gefährdung der Amphibien“, sagt James Brückner, Leiter der Abteilung Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund.

Jede zweite Amphibienart gefährdet

Die Gründe für die sinkenden Amphibienzahlen sind vielseitig. Ihre Lebensräume schwinden durch Bebauung. Das immer dichtere Straßennetz bedeutet Lebensgefahr für die wandernden Tiere. Unzählige Erdkröten werden im Frühjahr auf ihren Routen überfahren. „Auf den Wanderungen verenden jedes Jahr geschätzt auch Hunderttausende Tiere in Gullys, Abwasser-, Entwässerungs- und Lichtschächten. Die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden beschleunigt zudem das Insektensterben und schränkt damit die Nahrungsgrundlage der Amphibien ein“, erklärt Brückner. Zusätzlich bedroht der Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal), der auch schon in Bayern nachgewiesen wurde, besonders den Feuersalamander. Deutschlandweit sieht das Bundesamt für Naturschutz den Bestand jeder zweiten von insgesamt 20 untersuchten Amphibienarten als gefährdet an. Besonders betroffen: die Geburtshelferkröte und die Gelbbauchunke.

Lebensräume sichern, Gefahrenquellen reduzieren

Damit die Tiere eine Chance haben, ist eine ökologischere Land- und Forstwirtschaft von Nöten. Ebenso wird es entscheidend sein, ihre Lebensräume zu erhalten und zu vergrößern. Wenn Länder, Kreise und Kommunen Auenlandschaften wiederherstellen und schützen, statt die Tiere mit immer neuen Siedlungen und Straßen zurückzudrängen, könnten sich die Bestände erholen. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert zudem, bereits bestehende Gefahrenquellen zu reduzieren. „Flache statt hohe Bordsteine, Ausstiegshilfen in Gullys, mobile Leitzäune, feste Amphibientunnel unter den Straßen und Tempo 30 in betroffenen Gebieten ermöglichen den Tieren eine sicherere Wanderung“, so Brückner.

(© Foto: Pixabay – Dr. Georg Wietschorke (Frosch im Wasser), Timo Schlüter (Erdkröte))

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