News der Woche: Hohe Zahl toter Schweinswale gibt Rätsel auf

Ameland – Mehr als 100 tote Schweinswale wurden in den vergangenen Tagen an den Küsten niederländischer Watteninseln angeschwemmt. Wie verschiedene Medien berichteten, versuchen Umweltschützer und Wissenschaftler nun die Ursache für dieses massenhafte Sterben der ohnehin schon bedrohten Meeressäuger herauszufinden. So untersuchen Forscher der Universität Utrecht zurzeit unter anderem den Gesundheitszustand und den Mageninhalt einiger der angespülten Tiere, die offenbar bereits im Meer verendet waren. Dabei prüfen sie auch, ob die Wale möglicherweise durch das Morbilivirus gestorben sind – eine Krankheit, die Delfine und Wale befällt. Ihr Verwesungszustand weise darauf hin, dass sie ungefähr zur selben Zeit gestorben sind, berichten Medien, die sich auf die Universität Utrecht beziehen.

Militäroperationen könnten ein Grund sein

Als mögliche Todesursache ziehen Experten aber auch Arbeiten an einem Windturbinenpark sowie Militäroperationen in Betracht. Erst vor wenigen Tagen hat eine internationale Aktion begonnen, bei der die Marine alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Wattenmeer beseitigt – der durch die Sprengungen ausgelöste Schalldruck könne durchaus zu der ungewöhnlich hohen Zahl toter Schweinswale geführt haben, vermuten Walschützer. „Eigentlich müsste die Marine verschiedene Schutzmaßnahmen durchführen, mit denen sie die Schweinswale und andere Meeresbewohner vorher aus dem Gefahrenbereich vertreibt“, sagt James Brückner, Leiter der Abteilung Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Ebenso sei es möglich, mithilfe von Blasenschleiern die Druckwellen zu dämpfen. Was auch immer den Tod all dieser Schweinswale verursacht hat – es ist eine erschütternde Nachricht für den Tier- und Artenschutz. Denn insgesamt ist der Bestand der sensiblen kleinen Tümmler in der Nord- und der Ostsee seit Jahren rückläufig – so machen ihnen auch der Schiffsverkehr, Überfischung, Unterwasserlärm, Giftstoffe im Wasser sowie Fischernetze schwer zu schaffen.

(© Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V./James Brückner)

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