Hessen: Fragwürdiges Jagd-Spektakel

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier begrüßt heute rund 120 geladene Ehrengäste zu einer Gesellschaftsjagd im Forst von Groß-Gerau. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Hessen kritisieren diese fragwürdige Veranstaltung aufs Schärfste.

Erhebliches Tierleid

Gerade Bewegungsjagden stellen große Anforderungen an die Treffsicherheit der Schützen. „Da die Auswahl der Jagdgäste nicht aufgrund ihrer jagdlichen Fähigkeiten, sondern aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position erfolgt, ist fraglich, ob dem Tierschutz hier oberste Priorität eingeräumt wird“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Das Töten von Tieren mit einem „fröhlichen Treiben“ zu feiern und als Tradition zu verteidigen ist nicht hinnehmbar. 

Falsches Signal für den Tierschutz

Aktuell wird in Hessen über die Novelle der hessischen Jagdverordnung diskutiert. Erst vorgestern fand in Wiesbaden eine öffentliche Anhörung durch den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz statt. Mit der heutigen Jagd-Veranstaltung setzt der Ministerpräsident ein völlig falsches Signal. Dabei wären die wenigen geplanten Änderungen in der Jagdverordnung das Mindeste, um beim Tierschutz einen kleinen Schritt voran zu kommen.

Der Landestierschutzverband Hessen setzt heute ein Zeichen für mehr Tierschutz und unterstützt eine Mahnwache in Mörfelden-Walldorf.

Weitere Informationen zum Thema Jagd finden Sie auf unserer Themen– und unserer Kampagnenseite.

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