News der Woche: Frankreich verbietet Wildtiere in Zirkussen

Paris – Der französische Senat hat ein Verbot von Wildtieren in Wanderzirkussen beschlossen. Noch gilt eine Übergangsfrist von sieben Jahren, in der die Zirkusbetreiber Elefanten, Löwen und Co. durchs Land transportieren und in der Manege vorführen dürfen. Danach ist dies illegal. Aktuell leiden in dem Nachbarland noch etwa 1.000 Tiere in rund 120 Betrieben unter den Strapazen der ständigen Standortwechsel, der nicht artgerechten Haltung in viel zu kleinen Käfigen, mangelnder Beschäftigung, artwidriger Dressur und regelmäßigen Auftritten vor vielen Menschen. Immerhin ist es bereits ab 2023 nicht mehr gestattet, neue Wildtiere für die Haltung in den Unterhaltungsbetrieben zu züchten, zu kaufen oder zu verkaufen. Ab 2026 gilt dies auch für Delfine und Orcas in Gefangenschaft. Shows mit den Meeressäugern sind dann in Frankreich ebenfalls verboten.

Deutschland hinkt hinterher

Trotz einer großen Zustimmung in der Gesellschaft – 68 Prozent der Europäer sind dafür, Wildtiere nicht mehr zur Belustigung des Zirkuspublikums zu halten und vorzuführen – haben die französischen Abgeordneten sich schwer getan und ein Jahr lang über den Gesetzestext verhandelt. „Damit sind sie ihren deutschen Kollegen dennoch weit voraus. Auch wenn wir uns eine kürzere zeitliche Frist gewünscht hätten, in der die Betriebe ihre Wildtiere an geeignete Auffangstationen oder Zoos abgeben müssen, ist das Verbot ein wichtiger und unerlässlicher Schritt, der auch hierzulande längst überfällig ist“, sagt James Brückner, Leiter der Abteilung Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Denn im Gegensatz zu Frankreich hat Deutschland noch kein Wildtierverbot ausgesprochen. Im Gegenteil. Erst in diesem Jahr ist der unzureichende Entwurf für eine Tierschutz-Zirkusverordnung im Bundesrat gescheitert. Hierzulande sind es zwar immer mehr Kommunen, die Zirkussen mit Wildtieren kritisch gegenüberstehen und keine Standflächen mehr an sie vergeben. Doch bundesweite Regelungen stehen weiterhin aus. Darum fordert der Deutsche Tierschutzbund die künftige Bundesregierung dazu auf, ein generelles Verbot für alle Wildtierarten in Zirkussen zu erlassen. Auch auf internationaler Ebene unterstützt er den Dachverband der europäischen Tierschutzorganisationen, die Eurogroup for Animals, dies europaweit durchzusetzen.

(© Foto: Pixabay – Clarence Alford)

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