News der Woche: Extreme Dürre in Afrika – Tausende Tiere sterben

Kenia – Qualvoll verendete Giraffen, Elefanten und Zebras: Mehr als 6.000 große Wildtiere sind im letzten halben Jahr an den Folgen der anhaltenden Dürre allein im Amboseli-Nationalpark im Süden Kenias gestorben – das teilte nun der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) mit. Durch ausbleibenden Regen, ausgetrocknete Wasserstellen und Böden sowie verbrannte Weideflächen haben Wildtiere und auch Viehherden in Kenia ihre Lebensgrundlage verloren. Derzeit ist das Land in Ostafrika von der stärksten Dürre seit 40 Jahren betroffen. Keine andere Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen habe mehr Wildtiere im Amboseli-Nationalpark getötet, so der IFAW.

Bereits 2022 gab es viel zu wenig Regen

Das kenianische Wildlife Research and Training Institute (WRTI) hatte bereits 2022 von dem verheerenden Ausmaß für die Tiere infolge der extremen Dürre berichtet. Neben dem Amboseli-Nationalpark waren auch der benachbarte Tsavo- sowie der Laikipia-Samburu-Park nördlich des Mount Kenya betroffen. Trotz eines Fütterungsprogramms in Samburu seien etwa 50 vom Aussterben bedrohte Grevy-Zebras verendet. Rund 130 Elefanten, 3.900 Gnus und 1.400 Zebras seien zwischen Juni und November 2022 dem Extremwetter zum Opfer gefallen, so das WRTI. Mehr als 90 der bedrohten Massai-Giraffen hätten die Trockenperiode zudem nicht überlebt. Auch Gazellen, Büffel und Impalas waren gestorben. Darüber hinaus kamen 1,5 Millionen Rinder und Ziegen um.

Kenia will sechs Millionen Webervögel töten

Auch Blutschnabel-Webervögel finden aufgrund der anhaltenden Dürre in der freien Natur zu wenig Nahrung, sie ernähren sich eigentlich von Grassamen. Die Vögel dringen nun vermehrt in landwirtschaftliche Betriebe ein und suchen unter anderem Reisfelder zum Überleben auf. Die Regierung will deshalb sechs Millionen der Vögel töten lassen und dabei das giftige Pestizid „Fenthion“ einsetzen. „Diese Entscheidung ist leider ein ,Schnellschuss‘-Eingriff, der Tierleid verursacht und die ökologische Krise nicht lösen wird. Der Einsatz von Pestiziden befeuert das Grundproblem nur noch mehr, weil er zu Boden-, Wasser- und Luftverschmutzungen sowie zum Verlust der Biodiversität führt. Die Vögel sind die Leidtragenden“, sagt Katrin Pichl, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund.

Deutlich mehr Anstrengungen zum Schutz unserer Umwelt, des Klimas und der Artenvielfalt nötig

Ein zeitnahes Ende der Krise sei dem IFAW zufolge aktuell nicht in Sicht. Denn damit sich die ernste Situation wieder normalisiert, bräuchte es mindestens drei Jahre lang ausgiebige Regenperioden. Angesichts der zunehmenden Klimaerwärmung stehen die Chancen dafür jedoch äußerst schlecht. „Diese anhaltende Dürre ist nur ein weiteres Beispiel für die verheerenden Ausmaße des Klimawandels“, sagt Pichl. „Das oberste Ziel von uns allen muss es sein, einen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt, des Klimas und der Artenvielfalt zu leisten. Es sind deutlich mehr Anstrengungen nötig, die Biodiversitätsziele konsequenter und auf globaler Ebene umzusetzen, um solche Krisen nachhaltig in den Griff zu kriegen.“

Mehr zu den Folgen menschlichen Handelns für die Tierwelt und unseren Planeten finden Sie im Beitrag „Es ist Zeit, die Welt zu retten“.

(© Fotos: Wolff (Giraffe), Unsplash – Neil and Zulma Scott (Elefanten))

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