News der Woche: EU will Hunde und Katzen besser schützen

Brüssel – Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich vergangene Woche darauf geeinigt, wie sie künftig die Zucht und die Haltung von Hunden und Katzen gesetzlich regeln wollen, um die Tiere EU-weit besser zu schützen. Der nun von den EU-Botschafter*innen der Mitgliedstaaten gebilligte Vorschlag enthält Mindeststandards für Züchter*innen, Tierhandlungen und Tierheime. Zu den vorgesehenen Maßnahmen zählen unter anderem Zuchtanforderungen in Bezug auf die Häufigkeit der Trächtigkeit sowie das Mindest- und Höchstalter der zur Zucht eingesetzten Tiere. Auch ein Verbot von Inzucht und die Zucht von Hybriden, also die Kreuzung mit Wildtieren wie Serval-Katzen, sehen die EU-Länder vor. Zudem sollen Katzen und Hunde mit Qualzuchtmerkmalen von der Zucht ausgeschlossen werden. Dies soll verhindern, dass sie ihre Merkmale an nachfolgende Generationen weitergeben, wenn ein Gesundheitsrisiko besteht. Der Entwurf lässt jedoch Interpretationsspielraum, was als Qualzucht zählt. Daher ist es noch fraglich, wie streng die Umsetzung erfolgt. Untersagt werden darüber hinaus schmerzhafte Verstümmelungen wie das Kupieren von Ruten und Ohren. Um die Rückverfolgbarkeit der Tiere zu gewährleisten, sollen Hunde und Katzen mit einem Transponder mit Mikrochip gekennzeichnet und in einer nationalen Datenbank, wie etwa FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registriert werden, bevor sie verkauft oder abgegeben werden. Die Position der EU-Staaten basiert auf einem Gesetzesentwurf, den die Europäische Kommission im Dezember 2023 vorgelegt hatte (wir berichteten in DU UND DAS TIER 1/2024). Es handelt sich um die ersten einheitlichen EU-Standards für die Haltung, die Zucht und den Handel von Hunden und Katzen. Der endgültige Gesetzestext muss noch mit dem Europaparlament und dem Ratsvorsitz ausgehandelt werden, ehe die neuen Regeln in Kraft treten.

Wichtiger Fortschritt – aber mit Lücken

„Dass die EU-Kommission einen ersten EU-Rechtsakt für das Wohlergehen von Katzen und Hunden und deren Rückverfolgbarkeit auf den Weg gebracht hat, ist ein wichtiger Fortschritt unter anderem im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel“, sagt Dr. Romy Zeller, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Sie und weitere Expert*innen des Verbandes waren von Beginn an im Prozess zum Entwurf für die Verordnung involviert. Durch beratende Stellungnahmen und die Mitarbeit in der europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals – der Deutsche Tierschutzbund ist Gründungsmitglied – haben die Referent*innen dazu beigetragen, dass viele der Regularien eine deutliche Verbesserung für die Tiere bedeuten. Aber es gibt noch offene Punkte: „Da die Kastrations- und Registrierungspflicht ausschließlich für Hunde und Katzen geplant ist, die innerhalb der EU angeboten oder verkauft werden sollen, entstehen viele Lücken im Hinblick auf die Rückverfolgbarkeit. Aus Tierschutzsicht ist eine entsprechende Pflicht für alle Hunde und Katzen sinnvoll. Zudem haben die EU-Staaten versäumt, den Schutz von weiteren Tierarten zu integrieren, die als Haustiere gehalten werden. Dies wäre mit einer Positivliste möglich. Eine solche Liste definiert nur die Tierarten, die aus Tier-, Natur- oder Artenschutzsicht sowie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und des Gesundheitsschutzes ohne Bedenken gehalten werden dürfen“, so Zeller.

(© Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V./Ehrhardt (Hund und Katze))

 

 

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