News der Woche: Ernährungsreport – Tierschutz ist Hauptgrund für vegetarische und vegane Ernährungsweise

Berlin – Der Hauptgrund für Menschen, sich vegetarisch und vegan zu ernähren, ist der Schutz von Tieren, gefolgt von Klimaschutz und Geschmack. Das hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in seinem jüngst veröffentlichten Ernährungsreport ermittelt. Die diesjährige Umfrage zeigt, dass das Bewusstsein für Tiere bei der Ernährung eine Rolle spielt: 86 Prozent der befragten Veganer*innen und Vegetarier*innen begründeten ihre Ernährung mit dem Tierschutz. Insgesamt sieben Prozent der 1.000 Befragten ernähren sich vegetarisch, zwei Prozent vegan. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind sogar 20 Prozent Vegetarier*innen oder Veganer*innen. Darüber hinaus nimmt der Fleischkonsum im Vergleich zu 2015 weiter ab: Während vor zehn Jahren noch 34 Prozent täglich Fleisch oder Wurst gegessen haben, sind es heute
24 Prozent. Zudem sind bei der Hälfte aller Befragten schon pflanzliche Alternativprodukten im Einkaufswagen gelandet. Bei 85 Prozent von ihnen waren es Pflanzendrinks, die damit die beliebteste Alternative zu tierischen Produkten sind.

Preis wird wichtiger

59 Prozent der Menschen achten beim Lebensmitteleinkauf verstärkt auf die Kosten. „Dass Verbraucher*innen sich vermehrt an günstigen Preisen orientieren, unterstreicht, wie wichtig eine Steuersenkung für pflanzliche Alternativprodukte wäre. Derzeit fallen für Produkte wie vegane Burger-Pattys oder Hafermilch 19 Prozent Mehrwertsteuer an, während es für tierische Produkte wie Fleisch oder Kuhmilch nur sieben Prozent sind“, sagt Dr. Isabel Knößlsdorfer, Referentin für Veganismus beim Deutschen Tierschutzbund. Neben Tierschützer*innen fordert auch der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz eine Steuergleichstellung.

Vegan werden für die Tiere

„Es ist erfreulich, dass Menschen sich hauptsächlich aus Mitgefühl und Verantwortung für die Tiere vegetarisch oder vegan ernähren“, begrüßt Knößlsdorfer die Ergebnisse der Umfrage. „Die Beliebtheit von Pflanzendrinks zeigt zudem, dass eine grundsätzliche Änderung der eigenen Kauf- und Essgewohnheiten möglich ist.“ Der Deutsche Tierschutzbund definiert die vegane Ernährungs- und Lebensweise als den konsequentesten und direktesten Weg zu mehr Tierschutz. Wie sie den Tieren hilft, zeigt beispielhaft das multimediale Scrolly zum Leben einer Milchkuh. Der Verband inspiriert auf www.weiljedemahlzeitzählt.de zudem mit zahlreichen pflanzlichen Rezepten, beispielsweise für veganen „Mozzarella“ oder veganes „Zaziki“, und gibt weitere Tipps zur Umstellung auf eine vegane Lebensweise. Bis die Vision einer tierleidfreieren Gesellschaft erreicht ist, lässt der Deutsche Tierschutzbund kein Tier im Stich und befürwortet Zwischenschritte auf dem Weg zum Ziel der veganen Welt.

(Bilder: Pixabay – lysindamond (pflanzlicher Burger); Tim Müller, muellergrafik.com (Milchkuh)

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