Deutschland – Heute Abend widmet sich das ZDF in der Dokumentation „Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ dem Thema Tierversuche. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt die Veröffentlichung zum Anlass, einen grundlegenden Kurswechsel in Forschung und Politik zu fordern: Das langfristige Ziel muss ein kompletter Ausstieg aus Tierversuchen und ein Umstieg auf eine tierversuchsfreie Wissenschaft sein. Die Aufnahmen bieten Einblicke in ein Labor, die Bürger*innen so nie erhalten würden. Unter anderem sind Sicherheitstests an Hunden, Affen, Kaninchen und Ratten zu sehen, für die die Tiere Substanzen einatmen müssen oder diese über Magenschläuche verabreicht bekommen. Millionen Versuchstiere erleiden jedes Jahr Schmerzen und Stress – und am Ende steht für die meisten der Tod. „Was hinter verschlossenen Labortüren geschieht, ist für viele Menschen unvorstellbar. Es braucht jedoch nicht nur Transparenz, sondern vor allem einen klaren politischen Kurs hin zu einer Wissenschaft, die ohne Tierversuche auskommt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Ausstiegsstrategie nötig: Tierversuchsfreie Methoden brauchen mehr Förderung
Allein im Jahr 2024 wurden hierzulande rund 1,3 Millionen Tiere für wissenschaftliche Versuche eingesetzt. Hinzu kamen weitere
1,1 Millionen Tiere, die für Versuchszwecke gezüchtet, aber ohne Verwendung getötet wurden, beispielsweise weil sie nicht die gewünschte Veränderung des Erbguts trugen, das „falsche“ Geschlecht hatten oder zu alt waren. Dabei gibt es eine große Bandbreite bereits verfügbarer „Alternativmethoden“ zu Tierversuchen. Diese hat der Deutsche Tierschutzbund in seinem „Wegweiser Tierversuchsfreie Wissenschaft“ zusammengestellt. „Tierversuchsfreie Methoden ermöglichen es, konkrete Forschungsfragen unmittelbar mit Blick auf den Menschen zu untersuchen, ohne den Umweg über eine andere Spezies zu nehmen“, erläutert Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Tierversuchsfreie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund. Der Verband appelliert an die Politik, eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen zu erarbeiten und tierversuchsfreie Methoden finanziell mit höchster Priorität zu fördern, um den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt voranzutreiben und die Umsetzung in der Praxis zu beschleunigen.
Besorgniserregende Pläne für Tierversuchsgesetz
Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet sorgenvoll auch die Pläne der Bundesregierung, die Regelungen zu Tierversuchen aus dem Tierschutzgesetz herauszulösen und in einem eigenständigen Tierversuchsgesetz zusammenzufassen. „Mit einem Tierversuchsgesetz drohen auch noch die letzten rechtlichen Schutzmechanismen, die im Tierschutzgesetz verankert sind, wegzubrechen, wie zum Beispiel das Verbot der Tötung aus wirtschaftlichen Gründen“, so Wagner. Über 80.000 Menschen haben sich in einer Bundestagspetition, die der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit neun weiteren Organisationen eingereicht hat, klar gegen die Pläne positioniert. Die zentrale Forderung: Die Regelungen zu Tierversuchen müssen im Tierschutzgesetz verbleiben.
Hinweis: Die Dokumentation „Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ läuft am Dienstag, 29. September 2026, um 22.15 Uhr im ZDF und ist anschließend in der Mediathek verfügbar.
(Symbolfoto: Deutscher Tierschutzbund e.V. (Ratten))



