News der Woche: Die toten Nerze werden wieder ausgegraben

Dänemark – Da sie als mögliche Träger des Coronavirus gelten, ließ die dänische Regierung vor kurzem rund 17 Millionen Nerze von mehr als 280 Pelzfarmen töten und auf einem Militärgelände vergraben. Nun entschied das dänische Parlament, dass die Kadaver wieder ausgegraben werden sollen. Der Grund: Das Grundwasser und umliegende Seen könnten durch die freigesetzten Verwesungsgifte verunreinigt werden. Zuvor hatten sich schon zahlreiche Anwohner beschwert, die sich wegen möglicher Gesundheitsrisiken sorgten. Laut des Landwirtschaftsministeriums bestehe jedoch keine unmittelbare Gefahr für solch eine Verunreinigung, sodass die Nerze erst in sechs Monaten exhumiert und verbrannt werden sollen – denn bis dahin könne ein Infektionsrisiko ausgeschlossen werden, heißt es.

Kurz nachdem die Millionen Nerze vergraben wurden, zeigten Aufnahmen, wie zahlreiche der toten Körper wegen der Fäulnisgase an die Oberfläche der Massengräber gedrückt wurden. Um dem entgegenzuwirken, wurde bereits eine weitere Schicht Erde auf dem Gelände aufgetragen. Im November hatte die dänische Regierung beschlossen, den kompletten Nerzbestand töten zu lassen, da das Coronavirus wie in einigen anderen Ländern auch in Dänemark auf Pelzfarmen nachgewiesen wurde – mitunter sogar mutiert. Zahlreiche Menschen sollen sich auf diesem Wege infiziert haben. „Nerze sind besonders empfänglich für das SARS-CoV-2-Virus – sie können selbst daran erkranken und sterben und den Erreger auch dann übertragen, wenn sie keine Symptome aufweisen“, erläutert Dr. Henriette Mackensen, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Trotz dieser Geschehnisse hält die dänische Regierung an der grausamen Pelztierzucht, die für Millionen Tiere großes Leid bedeutet, fest – so wurde das Verbot der Pelztierzucht lediglich bis Ende 2021 befristet. Der Deutsche Tierschutzbund fordert schon seit Jahren ein Ende der Pelztierhaltung in Europa und weltweit.

Lesen Sie mehr zum Thema Pelztierhaltung unter www.duunddastier.de/pelz.

(© Symbolfoto: One Voice)

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