News der Woche: Vier von fünf Legehennen leiden unter gebrochenem Brustbein

Kopenhagen – Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen hat erschütternde Missstände in dänischen Hühnerställen ermittelt. Bei Untersuchungen von 4.794 Hühnern aus 40 unterschiedlichen Beständen entdeckten die Forscher bei 4.093, rund 85 Prozent der Tiere, einen Bruch des Brustbeinknochens, bei einigen Legehennen sogar mehrere Brüche. Die Autoren der Studie bezeichnen die Ergebnisse als globales Problem für den Tierschutz und führen die Brüche darauf zurück, dass die Tiere darauf gezüchtet sind, sehr früh viele und zu große Eier zu legen.

Verletzungen in allen Haltungssystemen

„Wir wussten, dass es ein Problem gab, aber wir haben sicherlich nicht erwartet, dass es auf fast alle Legehennen im Land zutrifft“, sagt Assistenzprofessorin Ida Thøfner vom Institut für Veterinär- und Tierwissenschaften auf der Website der Uni. Die Tiere würden leiden, wenn die Fraktur auftrete, sie kämpften aber auch mit den Folgen. Die Forscher stellten die Brüche, wenn auch unterschiedlich häufig, bei Tieren aus allen Haltungssystemen fest, unabhängig davon, ob es sich um Stall- oder Freilandhennen handelte, sie in Käfigen oder unter Bio-Vorgaben gehalten wurden. „Die Studie belegt, dass es große Tierschutzprobleme in der Zucht und Haltung von Legehennen gibt“, sagt Annika Lange, Referentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. Der Fokus auf hohe Leistung sowohl in der Zucht als auch im Management führt dazu, dass die Tiere zu früh zu große Eier legen. Das geringe Körpergewicht und der frühe Legebeginn der Hennen, jedoch auch das höhere Eigewicht sind Risikofaktoren für das Auftreten von Brustbeinveränderungen. Die schmerzhaften Knochenbrüche bei den Legehennen könnten verringert werden, wenn die Tiere erst dann Eier legen, wenn sie einige Wochen älter sind. So könnte ihr Brustbein vollständig verknöchern, was bei jüngeren Tieren noch nicht der Fall ist. Ihr Knochen ist daher anfälliger für Frakturen. „Der Studie zufolge sinkt die Wahrscheinlichkeit für Brustbeinbrüche mit jeder Woche, um die der Legebeginn verzögert wird, um zwölf Prozent“, sagt Lange.

Tiergerechtere Haltung senkt das Verletzungsrisiko

Würde die Industrie nicht nur auf Hochleistung setzen, sondern auch Faktoren wie Tierwohl und -gesundheit verstärkt beachten, könnten sie Verletzungen ebenso merklich reduzieren. Aber auch eine tiergerechtere Haltung mit viel Bewegungsmöglichkeiten, Auslauf und tiergerechter Einrichtung wie geeignete Sitzstangen und Rampen können dazu beitragen, das Verletzungsrisiko zu senken und das Leid der Legehennen zu mindern.

Verbraucher können beim Einkauf ein Zeichen setzen und sich für die Legehennen einsetzen – denn Tierschutz beginnt im Einkaufskorb. Beim Kauf von Eiern sollten sie auf tiergerechte Haltung achten. Am tierfreundlichsten sind pflanzliche Alternativen. Beim Backen zum Beispiel lassen Eier sich ganz einfach durch Fruchtmus, Sojamehl und Co. ersetzen. Und auch deftigen Gerichten können Sie mit den richtigen Zutaten den typischen Ei-Geschmack verleihen, ohne dafür tierische Produkte verwenden zu müssen. Mehr erfahren Sie unter weiljedemahlzeitzählt.de/ei-ersatz

(© Foto: Pixabay – rubyclement)

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