News der Woche: Böllerverbot in München erlassen und an der Nordsee gekippt

München/Föhr/Amrum – Die Stadt München untersagt erstmals das Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht rund um den Tierpark Hellabrunn, in dem über 500 Tierarten leben. Feiernde Personen müssen beim Zünden von Feuerwerkskörpern einen Abstand von mindestens 150 Metern einhalten. Aus Tierschutzsicht geht das Verbot nicht weit genug: Die Zootiere sind mit diesem geringen Abstand aufgrund des Lärms nicht vor Stress und Angst geschützt. Darüber hinaus schließt das Verbot weder das Gebiet um das Tierheim München ein, das dem Deutschen Tierschutzbund angehört und täglich zwischen 750 und 1.500 Tiere betreut, noch schützt es die anderen Wild- und Haustiere in München. Lediglich die Innenstadt gilt auch als Böllerverbotszone. Die Stadt hätte zwar das Verbot auf das Münchner Tierheim ausweiten wollen, dazu habe jedoch die gesetzliche Grundlage gefehlt. Aktuell steht in der Sprengstoffverordnung nicht konkret drin, dass Verbotszonen aus Tier- und Umweltschutzgründen erlassen werden können. Einen Rückschlag gab auch es für die Nordseeinseln Föhr und Amrum. Diese hatten verkündet, privates Feuerwerk zum Jahreswechsel aus Tier- und Umweltschutzgründen erstmalig zu verbieten. Ein Unternehmen, das selbst Feuerwerk verkauft, klagte dagegen und stellte einen Eilantrag. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hat das Verbot daraufhin vorläufig wieder aufgehoben. Die Verhandlung dazu findet nicht mehr in diesem Jahr statt.

Tiere in Panik

„Das stellenweise Böllerverbot in München ist ein erster guter Schritt, da es zumindest den Tieren im Zoo teilweise zugutekommt. Aus Sicht des Tierschutzes wäre es nötig, auch den Bereich um das Tierheim als Verbotszone zu deklarieren“, sagt Dr. Moira Gerlach, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Allerdings scheuen sich viele Kommunen vor diesem Schritt, weil dir Sprengstoffverordnung bisher nur vage Möglichkeiten zum Erlass von Verbotszonen formuliert. Die beste Lösung wäre ein generelles Verbot privater Feuerwerke an Silvester.“ Die Silvesternacht bedeutet in Deutschland für 35 Millionen Haustiere, zig Millionen Wildtiere, über eine Million Pferde und 200 Millionen Tiere in der Landwirtschaft enormen Stress. Sie haben panische Angst vor den Explosionen, extremen Lichtern und unangenehmen Gerüchen. „Im Fall der Nordseeinseln ist es schade, dass das wirtschaftliche Interesse eines Unternehmens mehr Gewicht hat als der Schutz von Tieren und Umwelt“, so die Expertin. Das Gehör von Hunden und Katzen ist sehr empfindlich und nimmt hochfrequentierte Töne der Silvesterknaller stärker wahr als unseres. „Haustiere sollten Silvester auf keinen Fall draußen verbringen. Am besten bleiben Halter*innen beim Tier und vermitteln ihm mit Ruhe und Souveränität Sicherheit“, betont Gerlach.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert mit der Deutschen Umwelthilfe, private Silvesterfeuerwerke endlich zu verbieten. Wenn auch Sie den Tieren zu einem ruhigen Silvester verhelfen möchten, können Sie die Petition und einen offenen Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterzeichnen.

(Bilder: Unsplash – Eunkwang Choi (Katze))

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