News der Woche: Berggorillas sind dank intensiver Schutzmaßnahmen nicht mehr vom Aussterben bedroht

Ruanda – Es ist ein Hoffnungsschimmer: Die Zahl der Berggorillas ist so weit gestiegen, dass sie nicht mehr vom Aussterben bedroht sind. So leben im Vulkan-Nationalpark im Nordwesten Ruandas inzwischen mehr als 600 dieser Tiere – 2010 waren es noch 480. Berggorillas sind somit die einzigen Menschenaffen, deren Bestand in freier Wildbahn wächst. Weltweit gibt es diese Gorillaart nur dort und im Bwindi-Wald in Uganda – insgesamt wird ihre Zahl auf mehr 1.000 Tiere geschätzt. Für die aktuelle Bestandsaufnahme hatten Fachleute die Bergregion zwischen Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo untersucht und dabei umfangreiche Daten zu den Primaten gesammelt.

Schutzzone wird erweitert

Lange hatten Tierschützer befürchtet, dass die Berggorillas bis Ende des 20. Jahrhunderts aussterben. Dank intensiver Schutzmaßnahmen nimmt ihre Zahl jedoch kontinuierlich zu. In den letzten Jahren gab es sogar eine Art Babyboom, wie kürzlich etwa die BBC berichtete. Fünf Jungtiere kamen allein Ende 2020 zur Welt – für Berggorillas ist das eine ungewöhnlich hohe Zahl, denn im Vergleich dazu waren es 2019 insgesamt nur drei Neugeborene. Auch die Corona-Schutzmaßnahmen haben zum Zuwachs beigetragen: Durch verstärkte Hygienevorkehrungen und das Schließen der Nationalparks haben sich die Gorillas seltener mit Atemwegserkrankungen angesteckt. Tatsächlich leben in der Region inzwischen so viele Primaten, dass sie bereits um die begrenzten Reviere innerhalb der Schutzzone konkurrieren. Aus diesem Grund haben die Behörden in Ruanda nun beschlossen, die Schutzzone in den nächsten zehn Jahren um rund 37 Quadratkilometer zu erweitern.

Berggorillas sind trotzdem noch stark gefährdet

Nichtsdestotrotz gelten die Tiere noch immer als „stark gefährdet“, betont Katrin Pichl, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Dass der Bestand der Berggorillas zunimmt, ist natürlich erfreulich. Dennoch sind sie nach wie vor stark bedroht – unter anderem durch Fallen, die zur Jagd auf Antilopen ausgelegt werden, und durch Krankheiten, die Menschen auf sie übertragen.“ In seltenen Fällen komme es auch vor, dass Wilderer sie für den Lebendtierhandel einfangen, so die Expertin. „Es ist daher unabdingbar, die Gorillas auch künftig vor der Zerstörung ihres Lebensraums, Wilderei und anderen Bedrohungen zu schützen.“

(© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V. – Frigga Wirths (Mutter mit Jungtier); Unsplash – Dixon Newman (Startseite))

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