Author Archive

Umfrage: Keine exotischen Tiere in Zoo und Zirkus

Mittwoch, Dezember 30th, 2015

Exotische Tiere gehören nicht in Zoos – so sieht es jeder zweite Bundesbürger in Deutschland. Wildtiere im Zirkus lehnen gar zwei Drittel der Befragten ab. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitus YouGov.

49 Prozent der 1104 Befragten lehnen aus moralischen Gründen die Haltung exotischer Tiere wie Löwen, Elefanten oder Eisbären in Zoos ab. Sogar zwei von drei Befragten (65 Prozent) sagen dies über den Zirkus. Moralisch vertretbar fanden dies beim Zoo nur 37 Prozent, beim Zirkus waren es gerade einmal 19 Prozent.

Aus Tierschutzsicht ist die Haltung contra Wildtiere im Zirkus nur zu unterstützen: Für die Belustigung des Publikums wird den Tieren widernatürliches Verhalten beigebracht und das oftmals, indem der Wille des Tiers gebrochen wird. Zudem kommt es zu Verhaltensstörungen, Erkrankungen und sogar frühzeitigen Todesfällen. Bereits seit Jahren fordert der Deutsche Tierschutzbund ein bundesweites Wildtierverbot in Zirkussen. Umso erfreulicher, dass lediglich 13 Prozent der Befragten angaben, in den vergangenen zwölf Monaten einen Zirkus besucht zu haben.

Verhaltensstörungen der Tiere

Die Haltung von Tieren in Zoos lehnt der Deutsche Tierschutzbund zwar nicht generell ab, aber traditionell werden in Tierparks exotische Tiere mit großem Schauwert gehalten, wie Tiger, Giraffen oder Eisbären, deren artgerechte Unterbringung häufig kaum möglich ist. Denn die Tiere haben sehr spezielle Ansprüche an Klima, Futter oder an die Gehegeeinrichtung. Verhaltensstörungen wie das immer gleiche Hin- und Herlaufen am Gitter sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Tiere artwidrig gehalten werden und leiden.

Die Umfrage-Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Online-Umfrage, die YouGov zwischen dem 8. Und 11. Dezember 2015 unter 1104 Personen in Deutschland durchgeführt hat.

Mehr Informationen zur Position des Deutschen Tierschutzbundes zur Tierhaltung in Zoos und Zirkus finden Sie hier.

Lesen Sie auch den Magazin-Artikel “Wildtiere im Zirkus: Manege frei”

(Foto: © Deutscher Tierschutzbund e.V.)

Zwei neugeborene Delfine im Zoo Duisburg

Montag, Dezember 28th, 2015

Am 22. Dezember und zu Heiligabend wurden im Delfinarium im Duisburger Zoo gleich zwei Delfinjunge geboren. Der Deutsche Tierschutzbund hofft, dass die Jungtiere gesund sind – insbesondere das zu früh geborene Kalb von Delfinweibchen „Daisy“. Gleichzeitig kritisieren die Tierschützer die Haltung von Delfinen in zoologischen Einrichtungen generell.

Die jungen Delfine sollen noch acht Wochen in Quarantäne bleiben. Vorsicht ist geboten: Erst im August 2015 war im Zoo Duisburg ein gerade eine Woche altes Kalb verstorben. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Nachzuchten meist nicht gelingen. Die Folge davon ist, dass Delfinarien ihre Bestände immer wieder mit Wildfängen aufstocken, was artenschutzrechtlichen Bemühungen widerspricht.

Die Haltung der sensiblen Meerestiere in Gefangenschaft ist aus Sicht des Tierschutzes daher klar abzulehnen. Auch deshalb, weil eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung nicht möglich ist.

Geringere Überlebensrate

Delfine haben ein sehr großes Bewegungsbedürfnis und stellen sehr hohe Anforderungen an Wasserqualität und Platzbedarf. In freier Natur schwimmen Delfine durchschnittlich 20 bis 50 Kilometer am Tag und tauchen bis zu 300 Meter tief. Die im Vergleich zu ihrem natürlichen Lebensraum winzigen Becken bieten den Tieren nur wenig Rückzugsmöglichkeiten und Bewegungsfreiraum. Permanenter Lärm durch Besucher, Lautsprecher und die Unterwasserpumpe bedeuten puren Stress für die geräuschempfindlichen Tiere. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich Delfine nicht gut an die Bedingungen in Gefangenschaft gewöhnen und ihre Überlebensrate oft geringer ist als in Freiheit.

Delfinarien als Auslaufmodell

In Deutschland wurden inzwischen sieben von ehemals neun existierenden Delfinarien geschlossen. Die Delfinarien im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg sind bundesweit die letzten.

(Foto: © J. Barth/Tierschutzjugend Traunstein)

Urteil: Landesjagdverband ist kein Tierschutzverein

Freitag, Dezember 18th, 2015

Das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hat eine Klage abgewiesen, in der der nordrhein-westfälische Landesjagdverband dagegen geklagt hat, nicht als Tierschutzverein anerkannt worden zu sein. Die Klage des Jagdverbandes richtete sich dabei gegen das Land Nordrhein-Westfalen, nachdem das Umweltministerium bereits 2013 einen Antrag des Verbandes auf Anerkennung als Tierschutzverein abgelehnt hatte.

Mit dem Ziel, als Tierschutzverein anerkannt zu werden, wollen die Jäger ein Klagerecht in Tierschutzfragen erreichen. Seit 2013 räumt das Land Nordrhein-Westfalen anerkannten Tierschutzvereinen mit dem Recht der Verbandsklage die Möglichkeit ein, sich mit rechtlichen Mitteln für die Tiere einzusetzen.

Tierschutz ist nicht Hauptziel der Jäger

Das Gericht in Gelsenkirchen kam zu dem Schluss, dass der Tierschutz in der Arbeit des Verbandes nicht vorrangig sei. Es ist allerdings gesetzlich gefordert, dass sich Tierschutzvereine in erster Linie für den Tierschutz einsetzen. Noch ist offen, ob das Verfahren weitergeht. Es besteht die Möglichkeit, beim Oberverwaltungsgericht Münster die Zulassung zur Berufung zu beantragen.