Autor: DU UND DAS TIER

Hester Pommerening (l.), Referentin für Presse beim Deutschen Tierschutzbund, und Hannes Jaenicke (r.), Preisträger des Deutschen Tierschutzpreises in der Kategorie „Stimme für die Tiere“
Brüssel – Der Deutsche Tierschutzbund hat gemeinsam mit Content Creator Nathan Goldblat, weiteren Tierschutzorganisationen und zahlreichen Tierschützer*innen wie Schauspieler Hannes Jaenicke in Brüssel gegen die Hundetötungen in Rumänien demonstriert. Auch Sängerin Stefanie Hertel, Tierschutzbotschafterin des Deutschen Tierschutzbundes, rief im Vorfeld dazu auf, sich an der Demo zu beteiligen. „Die grausame und sinnlose Tötung von Straßenhunden in Rumänien muss ein Ende haben“, fordert Jürgen Plinz, Schatzmeister des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member des europäischen Tierschutz-Dachverbandes Eurogroup for Animals. Das Vorgehen hatte durch die Initiative von Goldblat große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erlangt, die Problematik ist aber nicht neu. Der Deutsche Tierschutzbund engagiert sich seit über zehn Jahren mit seinem Mitgliedsverein Tierhilfe Hoffnung, der in seinem Tierheim Smeura rund 6.000 Hunde versorgt, in Rumänien. Im Jahr 2024 hat die Tierhilfe Hoffnung mit den Veterinärbehörden ein Modellprojekt im rumänischen Landkreis Argeș initiiert, das mit bis zu 40.000 Kastrationen pro Jahr einen tierschutzgerechten Weg als Alternative zu den Tötungen aufzeigt.
Gemeinsam gegen PelzBrüssel – Die internationale Fur Free Alliance, in der der Deutsche Tierschutzbund Mitglied ist, hat zusammen mit Tierschützer*innen aus ganz Europa vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel die Europäische Kommission erneut dazu aufgefordert, Pelztierfarmen und die Vermarktung von Pelzprodukten auf dem europäischen Markt zu verbieten. Denn Ende März gibt die Kommission ihre Entscheidung über die Europäische Bürger*inneninitiative „Fur Free Europe“ bekannt, mit der sich 1,5 Millionen Menschen klar für ein Pelzfarmverbot ausgesprochen haben. Leider deuten aktuelle Signale daraufhin, dass die Entscheidung nicht im Sinne der Tiere ausfallen wird. So lassen die europäischen Beamt*innen weiterhin prüfen, ob strengere Standards in der Käfighaltung ausreichen – trotz eindeutiger Belege, dass ein Verbot der Pelztierhaltung die einzige tierschutzgerechte Lösung wäre.

Hamburg – Damit die Mitarbeiter* innen der Feuerwehr, die Notrufe entgegennehmen, auch für Einsätze mit Tieren gerüstet sind, bietet der dem Deutschen Tierschutzbund zugehörige Hamburger Tierschutzverein von 1841 (HTV) zweimal jährlich Vorträge über Tiereinsätze an. Karsten Frösch, Tierrettungsfahrer des HTV, teilt bei der Schulung seine Erfahrungen aus zahlreichen Rettungen. Er bereitet die Teilnehmer*innen nicht nur auf besondere Situationen mit ungewöhnlichen Tieren vor, sondern geht dabei auch auf mögliche Grenzen ein: „Es ist wichtig, die richtigen Fragen zu stellen, um herauszufinden, ob ein Tier tatsächlich hilfsbedürftig ist. Kein Tier sollte unnötig aus seinem Lebensraum entnommen werden, ebenso darf kein bedürftiges Tier zurückbleiben.“
Im Dienst der TiereNürnberg – Das Bayerische Umweltministerium hat die Tierschützerinnen Ilona Wojahn (Foto links) und Tessy Lödermann (Foto rechts) mit dem Bayerischen Tierschutzpreis für ihre Lebenswerke geehrt. „Unsere diesjährigen Preisträgerinnen zeigen, wie vielfältig und ausdauernd in Bayern Verantwortung für Tiere übernommen wird. Ihr jahrzehntelanger Einsatz prägt den Tierschutz in Bayern“, sagt Thorsten Glauber, Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister (Fotos). Wojahn ist ehrenamtlich als Präsidentin des Deutscher Tierschutzbund Landesverbandes Bayern und im Vorstand des Tierschutzvereins Dingolfing-Landau aktiv. Lödermann leitet das Tierheim Werdenfels des Tierschutzvereins des Landkreises Garmisch- Partenkirchen, dessen Bau sie vor 20 Jahren initiierte. Die Einrichtungen sind jeweils Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes. Die Tierschützerinnen erhielten für ihr Engagement ein Preisgeld von je 4.000 Euro.
Nothilfe für CoesfeldCoesfeld – Der Ausbruch der Katzenseuche im vergangenen Jahr hat die Kosten für tierärztliche Behandlungen im Tierheim Coesfeld explodieren lassen. Der Deutsche Tierschutzbund, dem die Einrichtung angehört, unterstützte kurzerhand mit 20.000 Euro aus seinem Nothilfefonds. Somit können die Tiere dort weiterhin gut versorgt werden.
44 Katzen gerettetMünchen – Das Tierheim München, das dem Deutschen Tierschutzbund angehört, und das Veterinäramt München haben 44 Katzen aus einer unzumutbaren Haltung in der bayerischen Landeshauptstadt befreit. Die Tiere lebten bei einer Familie in einer 95 Quadratmeter großen Wohnung, deren Zustand auf Überforderung hindeutete. Unter den geretteten Tieren waren zahlreiche neugeborene und trächtige Katzen. Vier junge Katzen konnten kaum laufen und waren stark beeinträchtigt. Sie mussten trotz intensiver Bemühungen eingeschläfert werden. Bereits Monate vor der Rettung ging ein Hinweis auf einen beißenden Uringeruch ein, als eine Person ein Kitten bei der Familie kaufte, welches zudem unterernährt und ungepflegt wirkte. Daraufhin kamen die Ermittlungen ins Rollen. Die restlichen Katzen konnten inzwischen versorgt werden und im Tierheim zur Ruhe kommen. Weitere neun Kitten sind dort noch zur Welt gekommen, zwei davon sind leider verstorben.
Chipaktion für KatzenschutzStarnberg – Der dem Deutschen Tierschutzbund zugehörige Tierschutzverein Starnberg und Umgebung hat sich mit mehreren Chip- und Registrieraktionen für den Katzenschutz engagiert. Damit möchten die Tierschützer*innen bewirken, dass möglichst viele Katzen, die eigentlich ein Zuhause haben und entlaufen sind, zu ihren Halter*innen zurückkehren. Vergangenes Jahr stellte das Starnberger Tierheim einen traurigen Rekord auf: Es hat 223 Katzen aufgenommen, 150 davon waren Fundkatzen. Die Einrichtung setzt große Hoffnung auf die im März in Kraft getretene neue Katzenschutzverordnung im Landkreis. Laut dieser müssen Besitzer*innen von Freigängerkatzen ihre Tiere künftig chippen und registrieren lassen.

London – Tilo Weber, Referent für Tierversuchsfreie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund, ist gemeinsam mit zwei Forscherinnen aus Schweden für den Lush-Preis nominiert. Der Preis zeichnet alle zwei Jahre Initiativen aus, die sich für den Ersatz von Tierversuchen engagieren. Das Team hat ein tierfreies Zellkulturmedium entwickelt, das den bisherigen Einsatz von fötalem Kälberserum ersetzt, welches sonst aus dem Blut ungeborener Kälber stammt. Die Gewinner*innen werden im Mai geehrt.
Düsseldorf – Das Tierheim Düsseldorf, Mitgliedsverein des Deutschen Tierschutzbundes, plant, ein eigenes Igelhaus mit Krankenstation zu errichten. Die Tierschützer*innen nehmen inzwischen jährlich rund 200 Igel in Not auf und mussten im Oktober 2025 zwischenzeitlich sogar einen Aufnahmestopp für Igel verhängen. Auch Pflegestellen konnten die Situation nicht vollständig auffangen. Der Bau soll eine langfristige Lösung für die wachsende Anzahl an pflegebedürftigen Igeln sein, die die Tierschützer*innen liebevoll aufpäppeln und versorgen, um sie idealerweise anschließend auswildern zu können.
Dresden – Sachsens Tierheime erhalten nach dem Beschluss des sächsischen Kabinetts mehr Geld vom Freistaat. Die Regelung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2025. Die jährliche Förderung steigt nach Angaben des sächsischen Gesundheits- und Sozialministeriums von 1,3 Millionen auf zwei Millionen Euro. Davon sind 1,5 Millionen Euro für laufende Kosten wie Personal, Energie, Futter und medizinische Versorgung vorgesehen. Eine halbe Million Euro fließt in Investitionen. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt, dass die Fördersumme erhöht wurde. Jedoch appelliert der Verband, dass diese Mittel nur effektiv wirken können, wenn die Gesetzeslage es entsprechend ermöglicht, Tieren nachhaltig zu helfen, beispielsweise beim Thema Katzenschutz. Eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten im gesamten Bundesland ist dafür essenziell. Diese würde das Leid der Straßenkatzen und die jedes Jahr aufs Neue auftretende Katzenschwemme eindämmen. Die Situation der zahlreichen Kitten stellt Tierheime immer wieder vor große Herausforderungen.
Gießen – Das Tierheim Gießen, Mitgliedsverein des Deutschen Tierschutzbundes, beherbergt wie viele andere Tierheime immer mehr Tiere mit Qualzuchtmerkmalen, unter anderem Französische und Englische Bulldoggen sowie Shar-Peis. Innerhalb weniger Wochen wurden fünf Hunde dieser Moderassen von den Tierschützer*innen gefunden oder bei ihnen abgegeben. Oft bleiben von Qualzucht betroffene Tiere, die aufgrund ihrer Erkrankungen Schmerzen und spezielle Bedürfnisse haben, über Monate oder sogar Jahre in Tierheimen.
Elmshorn – Das Tierheim Elmshorn, das dem Deutschen Tierschutzbund angehört, hat schweren Herzens entschieden, seinen Notdienst einzustellen. Zuvor kümmerten sich die Tierschützer*innen 42 Stunden pro Woche auch außerhalb ihrer gängigen Öffnungszeiten um in Not geratene Tiere. Dieser Service sprengte die Kapazitäten der Einrichtung, die rund 800 Tiere im Jahr versorgt und ohnehin bereits wie viele andere Tierheime in Deutschland am Limit arbeitet. Wer verletzte Tiere in Elmshorn und Umgebung findet, muss sich nun direkt an den tierärztlichen Notdienst wenden.
Rendsburg – Für 1,1 Millionen Euro baut das Tierheim Rendsburg, das dem Deutschen Tierschutzbund angehört, zwei neue Gebäude, um unter anderem mehr Platz für Quarantänestationen zu schaffen. Die Einrichtung musste bislang aufgrund von Platzmangel immer wieder Aufnahmestopps verhängen. Mehrere Städte aus der Umgebung, die Aktivregion Schleswig-Holstein und die Klara-Samariter-Stiftung fördern den Neubau mit insgesamt 650.000 Euro. Den Rest finanziert der Tierschutzverein mit seinen Rücklagen.
Tausende Kilometer unterwegsSchwebheim – Das Tierheim Schwebheim, das dem Deutschen Tierschutzbund angehört, hat eine Katze aufgenommen, die eine lange Reise hinter sich hat. Die junge Katze fuhr versehentlich tausende Kilometer mit einem Lkw von der Türkei bis nach Deutschland. Bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn nahe Würzburg hörten Polizeibeamt*innen ein klagendes Miauen aus dem Frachtraum. Da die Ladung verplombt war, durfte nur der Zoll sie kontrollieren. Im Hauptzollamt Schweinfurt fanden Zöllner*innen schließlich die erschöpfte Katze – sie befand sich bereits eine Woche lang ohne Wasser und Nahrung in dem Laster. Die Katze hat sich inzwischen gut erholt.
Dreieich – Das dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Tierheim Dreieich bekommt ein neues Dach, da das jetzige undicht ist. Die Hunde sind derzeit mit Decken in ihren Körbchen und teilweise vorhandener Fußbodenheizung übergangsweise gut ausgerüstet. Die Kosten für den Umbau betragen rund 500.000 Euro, etwa die Hälfte davon übernehmen acht Kommunen. Den Rest finanziert die Einrichtung aus Erbschaften.
Gütersloh – 30 verwahrloste Hunde, darunter zwei Welpen, hat das Veterinäramt Gütersloh nach einem Hinweis von Tierschützer*innen von einem Grundstück im Stadtteil Friedrichsdorf sichergestellt. Das Tierheim Gütersloh, Mitgliedsverein des Deutschen Tierschutzbundes, hat einige der Tiere aufgenommen. Die restlichen Tiere wurden auf andere Einrichtungen verteilt. Die Hunde waren in einem überwiegend schlechten oder sogar katastrophalen Zustand. Die Mitarbeiter*innen pflegten die Hunde mit viel Mühe und Herzblut. Kurz zuvor hatte die Einrichtung bereits Tiere aus drei Fällen von Animal Hoarding aufgenommen, wie die krankhafte Tiersammelsucht genannt wird.
Mainz – Das Tierheim Mainz, Mitgliedsverein des Deutschen Tierschutzbundes, muss bis Anfang 2028 sein Grundstück vollständig räumen. Grund dafür ist, dass das Tierheim direkt unter der Hochbrücke in Mombach liegt, die demnächst abgerissen wird. Daher müssen knapp 200 Tiere und hunderte Tauben umziehen. Bislang fehlt jedoch ein geeignetes Ausweichgrundstück. Die Stadt hat zwar zwei Orte entlang der Hochstraße vorgeschlagen, diese sind allerdings deutlich zu klein und wegen der Baustelle auch zu laut. Das Tierheim sucht weiterhin nach einem neuen Standort.