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Die Schule des Lebens

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Die Schule des Lebens

Nicht nur Menschen lernen von ihrer Familie und ihrem Umfeld. Auch tierische Eltern, Familien und Gruppen geben durch Nähe, Fürsorge und Gemeinschaft über Generationen Wissen weiter, das ihr Nachwuchs zum Überleben braucht – solange der Mensch ihnen diese Bindung nicht nimmt und wirtschaftliche Interessen über die Bedürfnisse der Tiere stellt.

  • Autor: Joscha Duhme, Redakteur DU UND DAS TIER

Manche Tage bringen uns an unsere Grenzen. Im Büro ist es stressig, der Verkehr raubt wertvolle Zeit und die defekte Spülmaschine den letzten Nerv. Wenn es dicke kommt, tut es gut, kurz durchzuatmen und sich bei einer vertrauten Person anzulehnen. So ein Moment gibt Halt, beruhigt und spendet Vertrauen – und manchmal ist es genau dann ein Tier, das uns ganz ohne Worte, aber mit umso größerer Wirkung Trost spendet. Wenn eine Katze sich schnurrend an uns schmiegt oder ein Hund seinen Kopf mit den treuesten Augen weit und breit auf unserem Oberschenkel ablegt, holen sie uns aus dem Alltag und erden uns. Auch in weniger stressigen Zeiten spenden sie Nähe, wirken entschleunigend oder bringen dynamisch-verspielt auch mal „Leben in die Bude“. Hunde locken uns vor die Tür und verschaffen uns – notfalls auch im nasskalten Morgengrauen – jede Menge Bewegung und frische Luft. Sie bringen uns oftmals mit anderen Menschen zusammen. Unseren Kindern vermitteln wir durch Haustiere, was es heißt, sensibel auf die Bedürfnisse anderer Lebewesen einzugehen, sich pflichtbewusst um sie zu kümmern und Tiere zu schützen. Die brauchen uns: ob groß oder klein, ob mit Freigang, an der Leine oder in einer großen Voliere. „Sie faszinieren und schenken Freude, verlangen uns aber auch einiges ab. Denn es kann durchaus erstaunen, wie viel Zeit, Geduld, Platz, Wissen, Geld und Pflichtbewusstsein auch für die Haltung von vermeintlich pflegeleichten Tieren nötig sind“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Leiterin des Referats Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Der Verband fordert bereits seit langem einen verpflichtenden theoretischen Sachkundenachweis für Halter*innen, bevor sie ein Tier anschaffen. Solange es diesen nicht gibt, ist jede*r Einzelne gefragt. Wer sich vorab informiert, vermeidet Überraschungen, geht sicher, seinen Tieren ein dauerhaftes und schönes Zuhause bieten zu können, und wird so für sie zum verlässlichen Gegenüber.

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