Haltung mit Haltung

Aus dem Print-Magazin

Haltung mit Haltung

Familie Häring hält ihre Schweine nach den Richtlinien des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes – aus Überzeugung.

  • Autor: Joscha Duhme, Redakteur DU UND DAS TIER

„Wer Fleisch essen will, dem oder der darf es nicht egal sein, wie das Tier gelebt hat.“ Mit dieser Einstellung baute Landwirt Tobias Häring bereits 2002 einen Schweinestall, in dem er die Tiere mit seiner Frau Felicitas weit über den gesetzlichen Mindestanforderungen halten kann. Schon immer habe er den elterlichen Nebenerwerbsbetrieb zu einem Haupterwerbsbetrieb ausbauen und Schweine tiergerechter halten wollen, sagt er. Heute leben 710 Schweine auf dem Hof der Härings in Durchhausen zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald. Seit 2019 arbeiten sie nach den Richtlinien der Premiumstufe des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes und beliefern EDEKA Südwest.

Schweine behalten ihre Schwänze

„Wenn man Tiere landwirtschaftlich hält, muss man sie anständig halten. Dies bedeutet, dass ihre Umgebung so gestaltet sein muss, dass sie ihre natürlichen Bedürfnisse so gut es geht ausleben können, Zugang zum Außenklima haben und genügend Platz vorhanden ist“, erklärt Häring. Je nach Alter der Tiere und Wetterlage können sich die Schweine jederzeit aussuchen, wo in den mehrere Hundert Quadratmeter großen Stallflächen sie sich aufhalten möchten. „Es gibt größere Schweine, die im Winter bei Minusgraden lieber im Stroh im Auslauf schlafen, andere bevorzugen die eingestreute Liegefläche im Stall, und sie können hier auch rennen.“ Durch das großzügigere Platzangebot kann das Ehepaar in den Buchten auf seinem Betrieb verschiedene Funktionsbereiche anbieten. „Die Schweine liegen auf Stroh, verfügen über einen separaten Fressbereich, haben Auslauf im Freien und dort zum Schutz vor Regen und Sonne überdachte Flächen“, sagt Ann-Kathrin Schmidt, Beraterin in der Schweinehaltung für das Tierschutzlabel. Für das Ehepaar Häring ist das wichtigste Kriterium aber der Langschwanz. „Es kann nicht sein, dass man ein Tier verstümmeln muss, um es an ein Haltungssystem anzupassen.“ Tiere, die nach dem Tierschutzlabel gehalten werden, behalten ihre Schwänze. In großen Teilen der konventionellen Tierhaltung hingegen kupieren die Betriebe sie, weil die Tiere sie in den engen Ställen sonst gegenseitig abbeißen.

Mehraufwand zahlt sich aus

Für die Härings zahlt sich die bessere Haltung ihrer Tiere innerhalb des Tierschutzlabels doppelt aus. Einerseits hätten sie so einen Vermarkter gefunden, der den Mehraufwand bezahle, Planungssicherheit gewährleiste „und es uns somit ermöglicht, unsere Tiere so zu halten, wie wir es uns schon vor über 20 Jahren vorgestellt haben.“ Zudem gehe es ihnen besser, wenn es auch den Schweinen besser gehe. „Es ist eine Freude zu sehen, dass sich die Schweine wohlfühlen, keine Angst haben und immer neugierig sind.“

Weiterführende Informationen

  • Erfahren Sie online mehr zum Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes
    tierschutzlabel.info