Projekte

Gegen das Hundeleid

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Gegen das Hundeleid

Der Deutsche Tierschutzbund ist mit zwei Abgeordneten des Deutschen Bundestags nach Rumänien gereist, um vor Ort mit Verantwortlichen über den Schutz von Straßentieren zu sprechen.

  • Autor: Nadine Carstens, Redaktion DU UND DAS TIER

Interview

Auch TV-Moderatorin Simone Sombecki besuchte das Tierheim Smeura. Mehr dazu lesen Sie hier.

Es ist das größte Tierheim der Welt: Mehr als 5.000 Hunde leben in der „Smeura“ im Kreis Arge?, Rumänien – sie stehen stellvertretend für alle Straßenhunde, denen die Tötungsstation droht. Um den herrenlosen Vierbeinern dieses grausame Ende zu ersparen, betreibt die „Tierhilfe Hoffnung – Hilfe für Tiere in Not“ die Smeura. Der Verein ist Projektpartner des Deutschen Tierschutzbundes und hat bereits Zehntausende Hunde gerettet, sie kastriert und somit maßgeblich dazu beigetragen, den Bestand und das enorme Tierleid einzudämmen.

Um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen, reisen Vertreter des Verbandes regelmäßig nach Rumänien. Beim vergangenen Besuch stand unter anderem der Ausbau des Tierheims im Fokus. Nachdem die Tierklinik renoviert und eine Welpenstation errichtet wurden, will die Tierhilfe Hoffnung nun weitere Freilaufflächen für Hunde schaffen. Hierfür sicherte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, einen Zuschuss von 7.000 Euro zu. Außerdem versucht der Verein mit politischer Unterstützung aus Deutschland, ein angrenzendes, fast acht Hektar großes Waldgrundstück zu erwerben – noch befindet es sich in staatlichem Besitz.

Bürgermeisterkonferenz

Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes und der Tierhilfe Hoffnung sowie zwei Bundestagsabgeordnete sprachen mit Bürgermeistern über den Schutz von Straßentieren.

Überzeugungsarbeit leisten

Auf dem Programm stand zudem eine Bürgermeisterkonferenz, zu der die Delegation und die Tierhilfe Hoffnung mit ihrem Vorsitzenden Matthias Schmidt einluden. Gemeinsam mit Anette Kramme, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, und der SPD-Bundestagsabgeordneten Ute Vogt erläuterten sie den anwesenden Bürgermeistern aus der Region, wie sich die Überpopulation der Straßenhunde tiergerecht und langfristig verringern lässt. „Es ist wichtig, die Bürger zu informieren und sie über den richtigen Umgang mit Hunden, ob sie nun auf der Straße leben oder privat gehalten werden, aufzuklären“, betonte Schröder.

Zudem wies er die Stadtoberhäupter auf die Notwendigkeit hin, Hunde aus Privathaushalten kastrieren zu lassen. Obwohl in Rumänien hohe Geldstrafen drohen, wenn Besitzer ihre Vierbeiner bei Freilauf nicht kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen, kommen viele dieser Pflicht nicht nach. Damit sich das ändert, bietet die Tierhilfe Hoffnung kostenlose Kastrationen an. Mit ihrem Kastrationsmobil machten die Tierschützer zuletzt Halt in einem Dorf in der Nähe der Stadt Câmpulung, wo sie mehr als hundert Vierbeiner kastrierten. Für diesen Zweck stellte der Deutsche Tierschutzbund 3.000 Euro zur Verfügung.

Wiederfreilassen verboten

Straßenhunde hingegen dürfen nach ihrer Kastration nicht mehr freigelassen werden – das ist gesetzlich verboten. Die Delegation hofft auch in diesem Punkt auf die Unterstützung der Bürgermeister. Dass in Rumänien Hunde eingefangen und getötet werden, kritisierten die Tierschützer auch bei ihrem Besuch des Deutschen Botschafters Cord Meier-Klodt in Bukarest. So stellte Kramme infrage, ob das Tötungsgesetz mit EU-Recht vereinbar sei und den europäischen Werten entspreche. Schröder bat den Botschafter, die Problematik anzusprechen – in der Hoffnung, dass zukünftig weniger Tiere qualvoll und sinnlos sterben.

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