Zuspruch für pflanzliche Produkte

Aus dem Print-Magazin

Zuspruch für pflanzliche Produkte

Tierschützer*innen fordern die Politik schon lange dazu auf, pflanzliche Produkte zu fördern. Jetzt hat sich auch ein interdisziplinäres Gremium, welches das Bundeslandwirtschaftsministerium berät, unter anderem für eine zentrale Rolle pflanzenbasierter Lebensmittel im Ernährungssystem ausgesprochen.

  • Autor: Sandy Syperek, Redakteurin DU UND DAS TIER

Derzeit fällt für Hafer- und Sojadrinks hierzulande die Mehrwertsteuer von 19 Prozent an, während es für Kuhmilch nur sieben Prozent sind. Wenn es nach dem Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz geht, soll diese Ungleichbehandlung enden. Im neuen Gutachten empfehlen die unabhängigen Expert*innen, Produkte wie Pflanzendrinks oder Burger aus Erbsenprotein steuerlich nicht zu benachteiligen, da sie Chancen für Umwelt und Gesundheit sehen. „Maßnahmen wie die steuerliche Gleichstellung pflanzlicher Produkte sind dringend notwendig. Nicht nur, um den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Ernährung zu gestalten, sondern insbesondere auch aus Tierschutzsicht“, begrüßt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, den Vorschlag. „Die Regierung darf das Gutachten nun nicht einfach abheften, sie muss auch handeln.“

Die Tiere brauchen Sie

Unterstützen Sie die Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes: Werden Sie Fördermitglied und erhalten Sie das Magazin DU UND DAS TIER frei Haus. Wir informieren Sie über alle tierschutzrelevanten Entwicklungen mit Berichten, Reportagen und spannenden Hintergrundberichten und Sie helfen uns dabei, den Tieren zu helfen.

duunddastier.de/mitgliedschaft

Tierschutz nicht vergessen

Das Gutachten rät darüber hinaus, die Mehrwertsteuer auf tierische Produkte schrittweise zu erhöhen, um finanziellen Spielraum für bessere Tierhaltungsformen zu schaffen. Es weist gleichzeitig darauf hin, dass eine bloße Konsumreduktion ohne politische Regulierung wahrscheinlich eine andere Folge nach sich zieht: Unternehmen könnten Fleisch und Co. möglichst günstig und somit unter noch schlechteren Bedingungen produzieren, um wirtschaftlich mithalten zu können. „Hilfreicher für einen Wandel sind andere vorgeschlagene Maßnahmen wie transparente Produktkennzeichnungen, bessere Daten zum Ernährungsverhalten sowie Unterstützung für Landwirtinnen und Landwirte, die aus der Tierhaltung aussteigen wollen“, erläutert Dr. Isabel Knößlsdorfer, Referentin für Veganismus beim Deutschen Tierschutzbund. Der Beirat zieht zudem Insektenprotein als ökologische Alternative in Betracht. Aus Tierschutzsicht sollten tierische Produkte aber nicht durch andere tierische Produkte ersetzt werden, zumal aktuelle Studien die behaupteten Vorteile infrage stellen. Auch Insekten sind empfindungsfähige Tiere, deren industrielle Zucht in Bezug auf den Tierschutz große Fragen aufwirft. Eine wichtige Erkenntnis des Gutachtens ist, dass die Meinungen zu pflanzlichen Alternativen in der Gesellschaft viel weniger auseinandergehen und der Rückhalt größer ist, als die von Konflikten geprägte politische Debatte bisher vermuten ließ. Der Beirat plädiert daher dafür, den öffentlichen Diskurs um Alternativprodukte zu versachlichen. Auch aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes muss die Politik die Bewegung hin zu mehr pflanzlicher Ernährung jetzt unterstützen, statt sie auszubremsen.

Appetit auf mehr?

  • Pflanzliche Rezepte für alle Lebenslagen, zum Schlemmen und Genießen, finden Sie unter
    weiljedemahlzeitzählt.de/vegane-rezepte
  • Erfahren Sie mehr über das Kochbuch und das Backbuch „Tierschutz genießen“ des Deutschen Tierschutzbundes und machen Sie sich mit jeder veganen Mahlzeit gemeinsam mit uns für Tiere stark.
    tierschutz-genießen.de