Mehr Schutz, weniger Schüsse

Aus dem Print-Magazin

Mehr Schutz, weniger Schüsse

Wo sich Mensch und Tier Kulturlandschaften teilen, kommt es schnell zu Konflikten und aufgeheizten Debatten. Weidetierhalter*innen fürchten Wolfsrisse, Anwohner*innen beklagen sich über lautstarke Saatkrähen und landwirtschaftliche Betriebe sorgen sich um ihre Felder, wenn Biber im Umkreis leben. Radikale Methoden wie die Jagd können im Umgang mit diesen Tieren jedoch keinesfalls helfen. Vielmehr sollten Bund und Kommunen auf tierfreundliche Lösungen setzen, die das Konfliktpotenzial langfristig verringern und eine friedliche Koexistenz ermöglichen.

  • Autor: Nadine Carstens, Redakteurin DU UND DAS TIER

Mit Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäunen oder Herdenschutzhunden lassen sich Risse von Schafen, Ziegen und anderen Weidetieren in den allermeisten Fällen verhindern

Die Hornisgrinde, der höchste Berg im Nordschwarzwald, ist sein Revier. 2023 wurde GW2672m, so die nüchterne amtliche Bezeichnung eines aus Österreich stammenden Wolfsrüden, erstmals dort gesichtet. Seither soll es immer mal wieder vorgekommen sein, dass er sich bei seiner Partnersuche Hunden und somit deren Halter*innen näherte. Das Tier habe sich dabei laut Augenzeug*innen zwar nicht aggressiv verhalten, aber auch keine Scheu gezeigt. Versuche, den Wolf zu „vergrämen“, um ihm dieses Verhalten abzugewöhnen, seien gescheitert, teilte das Umweltministerium Baden- Württemberg Anfang Februar dieses Jahres mit. Daher habe es zur Sicherheit der Bevölkerung eine bis zum 10. März gültige Ausnahmegenehmigung erteilt, das Tier töten zu lassen (Redaktionsschluss: 3. März). Eine Entscheidung, die in Baden-Württemberg für reichlich Diskussionsstoff sorgt. Tatsächlich erfuhr der sogenannte Hornisgrinde-Wolf ungewöhnlich viel Unterstützung – zum Beispiel unterzeichneten mehrere Zehntausend Menschen Petitionen gegen den Abschuss des auffälligen, aber friedlichen Tieres; eine Klage gegen die vom Ministerium erhobene Ausnahmegenehmigung hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart zunächst abgewiesen, Mitte Februar bestätigte der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg in Mannheim nach zwei Eilverfahren die Abschussgenehmigung. Somit besiegelte er das Schicksal des Wolfs und entschied, dass er getötet werden dürfe – demnach gebe es keine Alternative, da er wegen seines Verhaltens „eine aktuelle und konkrete Gefahr“ darstelle. Wenig förderlich war dabei auch der Wolfstourismus, der sich in der Region entwickelt hatte: Zahlreiche Menschen wollten den Hornisgrinde- Wolf aus nächster Nähe erleben und begaben sich somit selbst in Gefahr.

„Dass überhaupt über eine anlasslose Bejagung dieser geschützten Tiert diskutiert wird, ist ein Skandal.“

– James Brückner

Der Wolf polarisiert

Während der Fall und das Verhalten von GW2672m eine Ausnahme darstellen, freuen sich viele Menschen über die Rückkehr der Wölfe. Zahlreichen anderen ist diese Entwicklung jedoch ein Dorn im Auge. Insbesondere Landwirtinnen und Landwirte sowie Weidetierhalter* innen fürchten um ihre Herden. Kein anderes Wildtier polarisiert hierzulande so sehr wie der Wolf. Nachdem er in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet galt, kehrt er seit dem Jahr 2000 nach und nach wieder zurück – aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes eine überaus positive Entwicklung. Laut Angaben des Bundesamtes für Naturschutz wurden im Monitoringjahr 2024/2025 insgesamt 219 Wolfsrudel, 43 Wolfspaare und 14 sesshafte Einzelwölfe in Deutschland nachgewiesen. Bundesweit steht das Leben von zahlreichen dieser Tiere auf dem Spiel. Tatsächlich berät der Bundestag gerade über den Vorschlag der Bundesregierung, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen und pauschale Abschüsse auf die Tiere zu erleichtern. „Dass überhaupt über eine anlasslose Bejagung dieser geschützten Tierart diskutiert wird, ist ein Skandal“, sagt James Brückner, Leiter des Referats Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Schließlich sei die Rückkehr der Wölfe ein einzigartiger Erfolg jahrzehntelanger Schutzbemühungen. „Die Tötung einer bestimmten Anzahl von Wölfen ist eine populistische Scheinlösung und trägt nicht zum Schutz von Weidetieren bei.“

Aufklärungsarbeit, beispielsweise durch Biberberater*innen, spielt eine wichtige Rolle. Diese können zeigen, wie etwa der Einsatz von Dammdrainagen, Schutzgitter oder Drahthosen zum Schutz von Bäumen helfen kann.

Biber sind wichtig für unser Ökosystem

Nicht nur der Wolf, sondern auch viele weitere Wildtiere bergen Konfliktpotenzial. Seien es Wildschweine, die sich durch Vorgärten wühlen, Marder, die an Autokabeln nagen, Gänse, die auf Liegewiesen ihre Hinterlassenschaften verteilen, oder Kormorane, die vermeintlich mit Fischer*innen konkurrieren. Ähnlich wie der Wolf galt der Biber ebenfalls lange Zeit als fast ausgerottet – nach intensiven Schutzmaßnahmen erholen sich seine Bestandszahlen allmählich. Mit den wachsenden Populationen nehmen allerdings auch bei dieser Tierart die Fälle zu, in denen Menschen sich über sie beklagen. Allgemein sind Biber bekannt dafür, wahre Landschaftsgestalter zu sein – mit ihren kräftigen Schneidezähnen können sie mühelos Bäume fällen, daraus Dämme erschaffen und dafür sorgen, dass der Wasserpegel eines Sees, Flusses oder Teiches nicht zu stark sinkt. Ebenso können sie einen Damm öffnen, um Hochwasser abfließen zu lassen. Somit nehmen sie eine essenzielle Rolle in unserem Ökosystem ein und schaffen neue Lebensräume für andere Tier- und Pflanzenarten. Zugleich lösen sie durch überschwemmte Acker- und Weideflächen, gefällte Bäume und Fraßschäden an Mais, Zuckerrüben und Getreide vielerorts Unmut aus. In Bayern zum Beispiel hat das zur Folge, dass jährlich mehr als 2.500 Biber getötet werden – und das, obwohl das größte Nagetier Deutschlands nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der FFH-Richtlinie der EU streng geschützt ist. Zu Recht: Nachdem er früher für sein Fleisch und sein dichtes Fell gejagt wurde, ist der Biber auch heute noch durch verschiedene Faktoren bedroht – viele Jungtiere sterben bei Hochwasser oder Strömungen, ihre Reviere werden zerschnitten, einige fallen dem Straßenverkehr zum Opfer. „Trotz dieses Schutzstatus dürfen in Ausnahmefällen Biberbauten entfernt und Biber getötet werden – leider sind die Verordnungen mancher Bundesländer zu lasch formuliert und erlauben großen Spielraum, um mit solchen Mitteln gegen die Tiere vorzugehen“, kritisiert Brückner. „Betroffen sind davon oft nicht nur einzelne Biber, sondern mitunter ganze Biberfamilien.“ Die Tiere zu töten kann jedoch keinesfalls die Lösung sein. Stattdessen plädiert der Deutsche Tierschutzbund für ein friedliches Miteinander dank tierfreundlicher Lösungen. „Es ist wichtig, dass die Menschen wahrnehmen, wie sehr der Biber unserer heimischen Flora und Fauna nützt“, sagt Brückner. Aufklärungsarbeit, beispielsweise durch Biberberater* innen, spiele daher eine wichtige Rolle. Diese können Landkreisen sowie Landwirtinnen und Landwirten zeigen, welche Möglichkeiten vor Schäden schützen – etwa der Einsatz von Dammdrainagen, um Wasserpegel zu senken, Schutzgitter zur Sicherung von Uferbereichen oder Drahthosen gegen das Annagen von Bäumen. „Oft reicht es auch, einen Abstand von rund 20Ž Metern zwischen Gewässern und Feldern als ‚Pufferzone‘ einzuhalten“, so der Experte.

Aufklärungsarbeit für den richtigen Umgang mit Saatkrähen

Ob in der Stadt oder auf dem Land, Kommunen sollten in der Bevölkerung am besten für mehr Toleranz für Saatkrähen werben und ihnen von vornherein geschützte Brutplätze außerhalb von Wohnsiedlungen bieten. So wird es gar nicht erst nötig, sie zu „vergrämen“.

Gestört fühlen sich viele Menschen unterdessen auch von Saatkrähen. Normalerweise leben diese bevorzugt in offenen Landschaften wie Marschgebieten oder Flussniederungen. Immer häufiger verlagern die normalerweise standorttreuen Vögel ihre Brutkolonien aber in Wohngebiete – ein menschengemachtes Problem, denn durch agrarwirtschaftliche Veränderungen bleibt ihnen häufig nichts anderes übrig, als umzusiedeln. Wenn die intelligenten, geselligen Vögel sich in den Morgen- und Abendstunden versammeln, kommunizieren sie lebhaft miteinander. Einige Anwohner*innen empfinden ihre krächzenden Laute als Lärmbelästigung, oder beklagen sich über Verschmutzungen durch die Hinterlassenschaften der Tiere sowie herabfallende Äste. In ländlichen Gebieten wird ihnen derweil oft nachgestellt, damit sie sich gar nicht erst dort ansiedeln und keine frisch ausgesäten Getreide- und Maissaaten verspeisen. „Solche Ernte- und Aussaatschäden sind aber nicht großflächig und kommen auch nur in manchen Betrieben vor – zudem sind Saatkrähen für Landwirtinnen und Landwirte sogar nützlich, da sie unter anderem Feldmäuse, Raupen und Drahtwürmer vertilgen“, erläutert Brückner. Um die Tiere loszuwerden, wenden Kommunen oft Methoden an, die weder tierfreundlich noch effizient sind. Zum Beispiel lassen sie Nester und Nistbäume der Vögel entfernen. „Das führt meist dazu, dass sich das Problem lediglich verlagert und eine Kolonie in Grüppchen zersplittert wird, da die Krähen ihre Brutbestände dann auf mehrere andere Standorte verteilen“, so Brückner. Kaum wirksam sind auch akustische oder optische Abwehrmethoden wie Pfeifen, Schreckschusspistolen, Flatterbänder oder die nächtliche Bestrahlung durch Scheinwerfer und Laserpointer. Wenn solche Vergrämungsmaßnahmen wenig überraschend langfristig nicht helfen, erteilen Landkreise häufig Sondergenehmigungen zum Abschuss – obwohl Saatkrähen gemäß BNatSchG und EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt sind und anders als Rabenkrähen nicht unter das Jagdrecht fallen. Aber auch in diesem Fall gibt es weitaus bessere, tierfreundliche Lösungen. „Vor allem ist es wichtig, auf Aufklärungsarbeit zu setzen“, betont Brückner. Ob in der Stadt oder auf dem Land, Kommunen sollten in der Bevölkerung am besten für mehr Toleranz für die Tiere werben und ihnen von vornherein geschützte Brutplätze außerhalb von Wohnsiedlungen bieten, damit es gar nicht erst nötig ist, sie zu „vergrämen“. „Ist es dennoch wirklich erforderlich, Kolonien umzusiedeln – etwa wenn Schulen, Kitas oder Altersheime betroffen sind – sollten am besten nahe gelegene, aber unkritische Bereiche als alternative Brutplätze dienen, in denen Kommunen die Nester platzieren können.“ Klangattrappen, die Balzgesänge und Rufe der Krähen in Dauerschleife abspielen, können dazu beitragen, die Vögel an solche neuen Standorte zu locken.

Wildschweine sind zunehmend häufiger in besiedelten Gebieten anzutreffen und fühlen sich dort offenbar trotz der Nähe zu uns Menschen wohl. In Einzelfällen können Elektrozäune aber einen gewissen Schutz vor dem „ungebetenen Besuch“ bieten.

Wildschweine und Co. in urbanen Räumen

Nicht nur Saatkrähen sind zunehmend häufiger in besiedelten Gebieten anzutreffen, auch Tierarten wie Füchse, Steinmarder oder Wildschweine fühlen sich dort offenbar trotz der Nähe zu uns Menschen wohl. Denn wo wir leben, ist das Nahrungsangebot oft üppiger und leichter erreichbar. Doch nachvollziehbarerweise sind längst nicht alle Gartenbesitzer*innen begeistert, wenn zum Beispiel eine Wildschweinrotte nachts zur Umgestaltung der eigenen Grünflächen beiträgt. In Einzelfällen können aber auch hier Elektrozäune einen gewissen Schutz vor dem „ungebetenen Besuch“ bieten.

Tierschutz muss an erster Stelle stehen

In urbanen Räumen spalten neben den heimischen Wildtieren auch als „invasiv“ eingestufte Arten wie Nilgänse oder Waschbären die Gemüter. Diese Tierarten haben ihren Ursprung nicht in europäischen Gefilden und werden immer wieder als gefährlich für hiesige Tiere, Pflanzen oder Menschen gebrandmarkt. Teilweise geht es aber auch um wirtschaftliche Schäden, die sie verursachen sollen. Sie leiden besonders unter Vorurteilen, und der Umgang mit ihnen ist meist alles andere als tierschutzgerecht. Dabei richten sie noch lange nicht so viel Schaden an, wie ihnen oft nachgesagt wird. Zum Beispiel gibt es bislang keine Bestätigung dafür, dass Nilgänse heimische Wasservögel verdrängen oder mehr Krankheiten als andere Wildvögel übertragen.

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Das gilt auch für Waschbären, die keine erhöhte Krankheitsgefahr mit sich bringen, und Menschen grundsätzlich nicht angreifen, solange sie sich nicht bedroht fühlen. Generell sollte im Umgang mit diesen tierischen Neubewohnern die Jagd keine Lösung sein – die ist ebenso tierschutzwidrig wie sinnlos. „Wenn Jäger*innen diese Tiere töten, siedeln sich schnell neue Tiere an“, sagt Brückner. Stattdessen fordert der Deutsche Tierschutzbund einen grundlegenden Perspektivwechsel, bei dem Tierschutz immer oberste Priorität hat. So wäre es tiergerechter, verantwortungsvoller und nachhaltiger, zumindest in urbanen Bereichen möglichst viele „invasive“ Tiere zu sterilisieren. „Zusätzlich sollten die EU-Staaten Tierarten überwachen, die noch nicht so verbreitet sind, um frühzeitig zu erkennen, wann sie vorbeugend eingreifen müssen“, so der Experte. Nicht zuletzt ist es wichtig, Tierheimen und Auffangstationen künftig zu erlauben, Waschbären in erfahrene Hände abzugeben oder sie wieder auszuwildern, nachdem sie sterilisiert wurden. So berichten zahlreiche dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Einrichtungen jedes Jahr von unzähligen Anfragen, Waschbären aufzunehmen – oft handelt es sich um verwaiste Jungtiere, deren Elterntiere mutmaßlich von Jäger*innen getötet wurden. Werden diese Tiere stattdessen unfruchtbar gemacht und anschließend wieder freigelassen, können sie zumindest vorübergehend ihr ursprüngliches Revier besetzen, ohne sich weiter zu vermehren. Besonders in städtischen Gebieten kann ein solches Vorgehen eine Alternative zur Dauerbejagung darstellen und lokal zu einem Populationsrückgang führen.

„Wenn Jäger*innen diese Tiere töten, siedeln sich schnell neue Tiere an.“

– James Brückner

Durch Aufklärungsarbeit lernt die Bevölkerung, wie etwa Gebäude „waschbärsicher“ durch die Schließung möglicher Einstiegsöffnungen wie lose Ziegel, Fallrohre oder Dachluken gestaltet werden. Sinnvoll wäre es zudem, die Tiere unfruchtbar zu machen und sie wieder freizulassen, damit sie ihr altes Revier besetzen, ohne sich weiter zu vermehren.

Jagd auf den Wolf ist keine Lösung

Aus Tierschutzsicht ist es für unsere Gesellschaft an der Zeit zu akzeptieren, dass wir Menschen uns die Kulturlandschaften mit Wildtieren teilen und vorschnelle, radikale Abwehrmaßnahmen selten Abhilfe schaffen. Anstatt aufgeheizte Debatten zu führen, sollten wir vorrangig tierschutzgerechte Lösungen anwenden – das gilt auch für eine möglichst friedliche Koexistenz mit Wölfen. „Es ist längst bewiesen, dass Versuche, Übergriffe auf Weidetiere mithilfe der Jagd auf Wölfe zu verringern, in mehreren Ländern wie in der Slowakei, in Schweden, Norwegen, Spanien oder Slowenien nicht erfolgreich gewesen sind“, berichtet Brückner. In Frankreich leben weniger Wölfe, dennoch seien die Risszahlen trotz Abschussquoten von bis zu 19 Prozent sogar höher als hierzulande, so der Experte. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist es generell notwendig, die Weidetierhaltung als grundsätzlich besonders tiergerechte Haltungsform zu schützen und Tierhalter*innen in ihren jeweiligen Bemühungen zu unterstützen. Der pauschale Abschuss von Wölfen ist dabei jedoch nicht zielführend. „Mit Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäunen oder Herdenschutzhunden ist es in den allermeisten Fällen viel eher möglich, Risse von Schafen, Ziegen und anderen Weidetieren zu verhindern – das zeigen Beispiele aus der Praxis in verschiedenen Bundesländern wie auch wissenschaftliche Studien“, so Brückner. Wenn es Wölfen dennoch gelingt, ordnungsgemäß umgesetzte Herdenschutzmaßnahmen mehrfach zu überwinden, könne ein Wolf bereits jetzt als letztes Mittel und unter Berücksichtigung fachlicher Kriterien getötet werden. Solche absoluten Ausnahmefälle toleriert auch der Deutsche Tierschutzbund. Den Schutz des Wolfs jedoch pauschal aufzugeben und ihn in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen, so wie es derzeit die Bundespolitik debattiert, ist aus Tierschutzsicht völlig inakzeptabel. „Die zu erwartenden starken Eingriffe und fehlende Sicherheitsspannen bei den Populationszahlen erhöhen drastisch das Risiko, dass der in den vergangenen Jahren ohnehin stagnierende Bestand wieder deutlich zurückgeht und der Wolf somit erneut gefährdet wird“, sagt Brückner. Mensch-Tier-Konflikte werden sich wohl niemals ganz vermeiden lassen. Dennoch müssen wir alle lernen, verantwortungsvoll mit der Natur und ihren tierischen Bewohnern umzugehen – und nicht gleich zur Waffe zu greifen. Denn der Tierschutz muss immer an erster Stelle stehen.

Weiterführende Informationen

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    tierschutzbund.de/jagd