Aus dem Print-Magazin

Welches Tier passt zu mir?

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Welches Tier passt zu mir?

Haustiere bringen Freude und Liebe in unser Leben. Damit Hund, Katze, Kaninchen und Co. sich dauerhaft wohlfühlen, ist es erforderlich, noch vor der Adoption zu klären, was sie alles brauchen. Wer diese Verantwortung übernimmt, seine Entscheidung wohlüberlegt trifft und offen für das passende Haustier ist, legt den Grundstein für eine einzigartige Verbindung.

  • Autor: Joscha Duhme, Redakteur DU UND DAS TIER

Für die Haltung einer Katze fallen pro Jahr Kosten von circa 800 Euro ohne Sonderkosten wie Krankheiten und Kastration an.

Manche Tage bringen uns an unsere Grenzen. Im Büro ist es stressig, der Verkehr raubt wertvolle Zeit und die defekte Spülmaschine den letzten Nerv. Wenn es dicke kommt, tut es gut, kurz durchzuatmen und sich bei einer vertrauten Person anzulehnen. So ein Moment gibt Halt, beruhigt und spendet Vertrauen – und manchmal ist es genau dann ein Tier, das uns ganz ohne Worte, aber mit umso größerer Wirkung Trost spendet. Wenn eine Katze sich schnurrend an uns schmiegt oder ein Hund seinen Kopf mit den treuesten Augen weit und breit auf unserem Oberschenkel ablegt, holen sie uns aus dem Alltag und erden uns. Auch in weniger stressigen Zeiten spenden sie Nähe, wirken entschleunigend oder bringen dynamisch-verspielt auch mal „Leben in die Bude“. Hunde locken uns vor die Tür und verschaffen uns – notfalls auch im nasskalten Morgengrauen – jede Menge Bewegung und frische Luft. Sie bringen uns oftmals mit anderen Menschen zusammen. Unseren Kindern vermitteln wir durch Haustiere, was es heißt, sensibel auf die Bedürfnisse anderer Lebewesen einzugehen, sich pflichtbewusst um sie zu kümmern und Tiere zu schützen. Die brauchen uns: ob groß oder klein, ob mit Freigang, an der Leine oder in einer großen Voliere. „Sie faszinieren und schenken Freude, verlangen uns aber auch einiges ab. Denn es kann durchaus erstaunen, wie viel Zeit, Geduld, Platz, Wissen, Geld und Pflichtbewusstsein auch für die Haltung von vermeintlich pflegeleichten Tieren nötig sind“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Leiterin des Referats Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Der Verband fordert bereits seit langem einen verpflichtenden theoretischen Sachkundenachweis für Halter*innen, bevor sie ein Tier anschaffen. Solange es diesen nicht gibt, ist jede*r Einzelne gefragt. Wer sich vorab informiert, vermeidet Überraschungen, geht sicher, seinen Tieren ein dauerhaftes und schönes Zuhause bieten zu können, und wird so für sie zum verlässlichen Gegenüber.

Blick über die Schulter einer lang- und braunhaarigen Person im blauen Shirt auf einen kleinen schwarzen Hund mit blauem Geschirr. Er blickt in die Kamera, hat lange spitze Ohren und steht auf einer Wiese.

Hunde gelten als loyal, zutraulich, neugierig und aktiv, aber jede Hunderasse und jedes Tier hat einen eigenen Charakter, Ansprüche und genetische Besonderheiten wie zum Beispiel einen ausgeprägten Jagd- oder Hüteinstinkt.

Kommt ein Haustier überhaupt infrage?

Mehr als 34 Millionen Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziervögel und Co. leben allein in Deutschland. Jedes Jahr ermöglichen Tierheime zahlreiche solcher Mensch-Tier-Beziehungen. „Denn dort warten bundesweit unzählige Tiere auf eine neue Chance. Damit sind Tierheime für alle, die eines oder mehrere aufnehmen und etwas für den Tierschutz leisten möchten, die erste und beste Anlaufstelle. Anders als Kleinanzeigenportale im Internet, Zoohandel oder Züchter*innen“, sagt Dr. Christiana Müller, Leiterin der Tierheimberatung beim Deutschen Tierschutzbund. Gleichzeitig sind die Tierheime auch ein Spiegelbild für die traurige Seite der Haustierhaltung. Denn beim Besuch einer jeden Einrichtung stellt sich unweigerlich die Frage: Wie und warum können so viele liebenswürdige Tiere überhaupt hier landen? Und die Antworten sind oft so einfach wie traurig. Weil sie nicht in das Leben ihrer Halter*innen gepasst haben. Weil deren Erwartungen und die Realität weit auseinanderlagen. Und weil Menschen sich oft aus dem Bauch oder von Emotionen gesteuert für ihre Tiere entschieden haben – ohne zu hinterfragen, was es wirklich bedeutet, Verantwortung für sie zu übernehmen. Dann müssen es die Tiere ausbaden. Sie werden einfach abgegeben oder sogar ausgesetzt. „Die Erfahrung zeigt, dass es nicht so weit kommt, wenn wir uns ganz grundsätzliche Fragen zum eigenen Alltag, der Wohnungsgröße, dem Haushaltsbudget oder den jährlichen Urlaubsplänen stellen, bevor wir eine Tierart und individuelle Tiere aussuchen.“ Auch Tierheime fragen diese Punkte in der Beratung frühzeitig ab und stellen so sicher, dass die Rahmenbedingungen für ein Haustier gegeben sind.

Zwergkaninchen sind meist aufgeweckt, sozial und bewegungsfreudig, aber keine Kuschel-, sondern reine Beobachtungstiere.

Das Umfeld muss stimmen

Habe ich im Alltag überhaupt Zeit und Platz für ein Tier? Die Frage scheint trivial und schnell mit „Ja“ beantwortet, wenn die Sehnsucht nach Hund, Katze und Co. groß ist, gerade bei Spontan- oder Mitleidskäufen über das Internet oder auf einem Tiermarkt. Doch die meisten Tiere sind anspruchsvoller, als viele Menschen anfangs denken: „Zum Beispiel brauchen alle Hunde, ob klein oder groß, viel Ansprache, eine tierschutzgerechte, liebevolle und konsequente Erziehung und müssen abhängig von den individuellen Bedürfnissen des Tieres körperlich und geistig gut ausgelastet werden“, sagt Verena Wirosaf, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ähnlich wie Hunde brauchen auch Wohnungskatzen mehrere Stunden täglich die Möglichkeit zu Kontakt und Beschäftigung mit ihrer Bezugsperson. „Das bringt Berufstätige, die sich fürsorglich und sachkundig um ihre Tiere kümmern, organisatorisch an ihre Grenzen. Es ist Gold wert, bereits vor dem Einzug des Tiers vertraute Personen als Backup zu haben, die während des Urlaubs, Überstunden oder einer Dienstreise einspringen können“, sagt Mackensen. Das zeigt sich, wenn die Tierheime Jahr für Jahr während der Sommerferien traurige Hochkonjunktur haben. Die Leidtragenden sind die Tiere, deren Halter*innen nicht vorausgeplant haben. Wer heute noch studiert, arbeitet nächstes Jahr womöglich schon im Ausland. Wer die Karriereleiter erklimmt, zieht womöglich bald vom Land in die verkehrsreiche Großstadt. Also was tun, wenn ein Haustier in absehbarer Zeit nicht mehr ins Lebensmodell passen könnte? Oder es seine Besitzer*innen sogar überlebt, wie es zum Beispiel oft bei Papageien oder Schildkröten der Fall ist, die durchaus 80 Jahre alt werden können? Oftmals fehlen dann dauerhafte und liebevolle Lösungen für die tierischen Schützlinge, an die ihre Besitzer*innen vorher nicht gedacht haben. Während der Hochphase der Coronapandemie haben deutschlandweit Familien unüberlegt Haustiere angeschafft. „Als die Schulen wieder öffneten und viele aus dem Homeoffice in die Büros zurückkehrten, folgte eine beispiellose Abgabewelle. Sie bringt die Tierheime neben weiteren Herausforderungen bis heute ans Limit“, erläutert Müller.

Meerschweinchen sollten in kleinen Gruppen gehalten werden. In einer großzügig bemessenen, abwechslungsreich gestalteten Unterkunft ist das draußen und drinnen möglich.

Kinder einbinden, Verantwortung übernehmen

Teilen alle Familienmitglieder die Begeisterung, dass ein neuer tierischer Mitbewohner einzieht? Auch diese Frage gilt es frühzeitig und eindeutig zu klären. „Es ist wichtig, dass sich alle mit der Entscheidung wohlfühlen. Niemand im Haushalt darf allergisch sein und es verspricht meist nichts Gutes, wenn Eltern sich allein von den Wünschen ihrer Kinder leiten lassen“, erklärt Mackensen. „Denn Haustiere sind keine Kuscheltiere und die Hauptverantwortung liegt immer bei den Erwachsenen, die als Vorbilder dienen. Es ist schön, wenn sie mit ihren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang behutsam und altersgerecht üben.“ Dabei haben die individuellen Bedürfnisse der Tiere Priorität. Dass etwa kleine Tiere automatisch leicht zu halten sind, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Gerade die leider teilweise noch oft zu sehende Käfighaltung eines einzelnen Kaninchens oder Meerschweinchens im Kinderzimmer ist beispielsweise ein No-Go und sogar tierschutzrelevant. Denn die Tiere brauchen viel mehr strukturierten Platz mit Rückzugsmöglichkeiten – und immer mindestens einen Artgenossen. Noch besser leben sie in kleinen Gruppen. Dabei ist es, wie bei allen sozial lebenden Heimtierarten, wichtig, die Gruppe passend zusammenzustellen oder sie zu kastrieren, damit sie sich nicht ungewollt vermehren. Anders als viele vermuten, mögen sie es hingegen gar nicht, gestreichelt zu werden. Sie fallen dann oftmals wie viele andere Fluchttiere aus Angst in eine Schockstarre. „Manche Kinder, aber auch Erwachsene verlieren schnell das Interesse, wenn sie die Tiere nicht streicheln dürfen. Anderen reicht es aus, die quirligen Tiere einfach nur zu beobachten und sie zu versorgen“, merkt Mackensen an. So kann es etwa viel Freude bereiten, ihnen ein abwechslungsreich gestaltetes Gehege zu schaffen, in dem sich die Tiere wohlfühlen. Auch der „beste Freund des Menschen“ ist ganz individuell von Tier zu Tier zu betrachten – sowohl bezogen auf den Umgang mit Kindern als auch hinsichtlich ihrer sonstigen Bedürfnisse. „Manche Hunde fühlen sich eher in einem geräumigen Haus mit Garten statt in einer Etagenwohnung wohl. Diese kann für andere dennoch das passende Zuhause sein“, ergänzt Wirosaf. Mieter*innen sollten sich dabei vorab informieren und um Zustimmung bitten, einen Hund zu halten. „Hausbesitzer*innen können die Haltung von Hunden, Katzen und kleinen Heimtieren, die weder lärmen noch auffällig riechen, durch den Mietvertrag zwar nicht generell verbieten. Von Fall zu Fall kann es aber rechtmäßig sein“, erläutert Evelyn Ofensberger, Leiterin des Fachbereichs Recht beim Deutschen Tierschutzbund.

Heller Goldhamster mit hellbraunem Gesicht knabbert an einer verschlossenen Walnuß. Dabei sitzt er inmitten von Holzspänen.

Goldhamster sind als nachtaktive, bewegungsfreudige Einzelgänger für Kinder nicht geeignet.

Haltung oft teurer als gedacht

„Wenn Menschen ein Tier bei sich aufnehmen möchten, können die Kosten im Überschwang leicht eine untergeordnete Rolle spielen“, sagt Mackensen. Dann unterschätzen sie in der Euphorie schnell, wie teuer es werden kann, ein Tier dauerhaft zu unterhalten. Das beginnt beim Futter, reicht über regelmäßige erforderliche Praxisbesuche für Routineuntersuchungen bis zu solchen im Krankheitsfall sowie Schutzimpfungen und Maßnahmen gegen Parasiten. Bei Hunden kommen Hundesteuer und Haftpflichtversicherung hinzu: Je nach Größe des Hundes fallen durchaus laufende Kosten von circa 1.200 bis 1.350 Euro pro Jahr an. Und auch kleinere Tiere sind nicht automatisch „Schnäppchen“. Kaninchen kosten zwar in der Regel nur 60 bis 80 Euro, doch bei zwingend notwendigen mehreren Tieren, einem geräumigen Innen- und/oder Außengehege sowie passendem Zubehör belaufen sich die einmaligen Kosten auf bis zu 1.000 Euro und die jährlichen Ausgaben auf bis zu 1.800 Euro.

Tierheime kennen ihre Schützlinge gut und helfen, ein passendes Tier zu finden.

Auch für vier vermeintlich „leicht zu haltende“ Farbmäuse können Halter*innen neben allen anderen Alltagskosten am besten rund 1.000 Euro pro Jahr einplanen. „Die Haltung muss finanziell gesichert sein und darf nicht überfordern, aber die Freude am Tier und sein Schutz sind jeden Cent wert“, betont Müller. Verantwortungsbewusste Halter* innen informieren sich zudem rechtzeitig über eine mögliche Krankenversicherung für ihre Tiere.

Dunkle Ratte richtet sich an einem Holzhaus auf und blickt aufgeweckt in die Kamera. Ihre Pfoten liegen dabei auf dem Dach auf.

Ratten sind in der Regel aufgeweckt, intelligent, sozial und neugierig. Sie können den Kontakt zu Menschen suchen, haben einen Wach-Ruhe-Rhythmus von zwei bis vier Stunden, in dem sie abends und nachts besonders aktiv sind.

Dauerhafte Verantwortung bewusst machen

Wenn sich Familien, Paare, Wohngemeinschaften oder Einzelpersonen mit Herz und Verstand fragen, ob sie einem Tier wirklich genug Raum, Zeit, Fürsorge und finanzielle Sicherheit bieten können, ist einer der wichtigsten Schritte getan. Die Überlegungen gehen aber noch weiter. „Denn auf Tierhalter*innen können jederzeit unerwartete Herausforderungen warten“, berichtet Mackensen. Es ist ein wunderbarer Ausgleich, mit einem Hund im Park zu spielen oder mit einer Katze zu schmusen, wenn sie Streicheleinheiten einfordert. Doch was passiert, wenn sich das Tier erbricht oder Durchfall hat? „Fragen Sie sich, ob Sie in der Lage sind, ein krankes Tier über einen längeren Zeitraum zu pflegen“, rät Mackensen allen, die noch mit einer Adoption liebäugeln. Und auch gesunde Tiere können herausfordernd sein – etwa, wenn sie jung und verspielt sind. „Ein junger Hund braucht sicherlich eine andere Auslastung als ein Senior“, sagt Wirosaf. Bis ein junger Hund die gängigen Signale gelernt hat, er diese auch unter Ablenkung befolgen kann, er stubenrein ist und sich daran gewöhnt, auch mal allein zu sein, ist oftmals Geduld gefragt. „Vielen Menschen liegt das, für andere wäre ein etwas gemütlicheres Tier besser geeignet“, sagt Wirosaf und regt an, auch Seniorentieren eine Chance zu geben. In Tierheimen ist die Nachfrage nach ihnen leider geringer. Dabei sind ältere Hunde in der Regel bereits erzogen. Sie schlafen mehr und bleiben in vielen Situationen gelassener, was sie zu idealen Wegbegleitern für viele macht, die über sie bislang nicht nachgedacht haben.

Ein grün-gelber und zwei blau-weiße Wellensittiche sitzen nah beieinander auf der rauen Rinde eines Baumstammes.

Wellensittiche sollten mindestens zu zweit, besser in kleiner Gruppe in einem großen, hellen und abwechslungsreich gestalteten Vogelzimmer gehalten werden. Möglich sind auch eine kombinierter Innen-/Außenvoliere oder eine große Voliere mit täglichem Freiflug.

Gut beraten im Tierheim

Gerade bei der „Verkuppelung“ eines harmonierenden Mensch-Tier-Gespanns spielen die Tierheime ihre Stärke aus und sind die besten Ansprechpartner. Die Teams dort kennen ihre tierischen Schützlinge bis ins Detail – vom Charakter über die Vorgeschichte bis hin zum Gesundheitszustand und individuellen Eigenheiten. „In persönlichen Gesprächen finden sie gemeinsam mit Interessierten heraus, welche der dort lebenden Tiere zur jeweiligen Lebenssituation, Persönlichkeit und Erfahrung passen“, sagt Müller. Neben beliebten Arten wie Hunden, Hamstern oder Kanarienvögeln warten in Tierheimen sogar Schlangen, Bartagamen, Papageien, Frettchen oder Chinchillas auf ein neues Zuhause. „Von deren Haltung ist aus Tierschutzsicht grundsätzlich abzuraten, da sie privat kaum artgerecht möglich ist. Halter*innen, die ihre speziellen Bedürfnisse jedoch genau kennen, viel Platz sowie die anspruchsvolle Ausrüstung haben und bereit sind, viel Zeit und Geld für sie zu investieren, können diesen Tierheimtieren eine zweite Chance bieten“, erklärt Mackensen. Die Tierheimteams helfen durch fundierte Beratung dabei, das passende Tier zu finden – ihre Empfehlungen können dabei ganz anders ausfallen, als ursprünglich gedacht. „Vielleicht ist es tatsächlich nicht der ersehnte Rassewelpe, sondern ein ruhiger Mischling mit Familienerfahrung. Oder statt eines einzelnen Hamsters passen zwei Wohnungskatzen oder eine neugierige Rattengruppe besser ins eigene Zuhause“, wirbt Mackensen für Offenheit. Die zahlt sich am Ende aus: Wer unvoreingenommen ins Gespräch geht und sich nicht an aktuelle Trends oder fixe Wunschvorstellungen klammert, trifft oft die beste Entscheidung – für sich selbst und das Tier. Tiere sind kein Zeitvertreib, sondern fühlende Lebewesen. Wer sich ihnen so annimmt, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, und sich ihnen mit Herz und Verstand widmet, leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz.


Die beliebtesten Haustiere im Kurzcheck

Katze

Charakter: unabhängig, eigenwillig, sehr individuell
Haltung: Freigang in verkehrsberuhigten Lagen oder wenn sozial verträglich zu zweit in katzengerechter Wohnung, idealerweise mit einem katzensicheren Balkon, einer Terrasse oder einem Garten
Zeit: tägliche Streichel- und Spielangebote, Tiere entscheiden aber selbst, ob und wann
Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre
Kosten pro Jahr: circa 800 Euro (ohne Sonderkosten wie Krankheiten und Kastration)

Zwergkaninchen

Charakter: meist aufgeweckt, sozial und bewegungsfreudig; keine Kuschel-, sondern reine Beobachtungstiere
Haltung: mindestens zu zweit, besser in kleiner Gruppe idealerweise in großem, gut strukturiertem und gesichertem Außengehege. Wohnungshaltung ist nur eingeschränkt artgerecht, da sie gern buddeln – kein enger Käfig
Zeit: bei Innenhaltung täglicher beaufsichtigter Auslauf, Gesundheitskontrolle, Fütterung und Gehegepflege
Lebenserwartung: acht bis zehn Jahre
Kosten pro Jahr: circa 960 Euro (pro Tier, ohne Sonderkosten wie Krankheiten und Kastration)

Hund

Charakter: gilt als loyal, zutraulich, neugierig und aktiv, aber jede Hunderasse und jedes Tier hat einen eigenen Charakter, Ansprüche und genetische Besonderheiten wie zum Beispiel einen ausgeprägten Jagd- oder Hüteinstinkt
Haltung: je nach individuellen Ansprüchen in Wohnung oder Haus, aber nicht alle Tiere sind für Familien geeignet
Zeit: brauchen viel Zuwendung durch tägliche Spaziergänge, Training und Sozialkontakt
Lebenserwartung: 14 Jahre (variiert nach Rassezugehörigkeit)
Kosten pro Jahr: circa 1.200 bis 1.350 Euro (ohne Sonderkosten wie Hundeschule und Krankheiten)

Meerschweinchen

Charakter: gesellig und vor allem tagsüber aktiv, aber keine Kuscheltiere, nur zur Beobachtung geeignet
Haltung: in kleinen Gruppen in großzügig bemessener, abwechslungsreich gestalteter Unterkunft draußen und drinnen möglich – kein enger Käfig
Zeit: bei Innenhaltung täglicher beaufsichtigter Auslauf, Gesundheitskontrolle, Fütterung und Gehegepflege
Lebenserwartung: sechs bis acht Jahre
Kosten pro Jahr: circa 800 Euro (pro Tier, ohne Sonderkosten wie Krankheiten und Kastration)

Goldhamster

Charakter: nachtaktiver, bewegungsfreudiger Einzelgänger, für Kinder nicht geeignet
Haltung: Einzelhaltung in großzügigem Gehege mit mindestens 30 Zentimeter tiefer Einstreu, Schlafhaus und großem tierschutzgerechten Laufrad; abgetrennter Auslauf in der Wohnung, damit er sich nicht hinter Schränken und in engen Zwischenräumen einklemmt
Zeit: täglicher beaufsichtigter Auslauf in den späten Abendstunden, Fütterung und Gehegepflege
Lebenserwartung: zwei bis drei Jahre
Kosten pro Jahr: circa 780 bis 1.000 Euro (ohne Sonderkosten wie Krankheiten)

Ratten

Charakter: in der Regel aufgeweckt, intelligent, sozial und neugierig, können den Kontakt zu Menschen suchen, Wach-Ruhe-Rhythmus von zwei bis vier Stunden, abends und nachts besonders aktiv
Haltung: mindestens zu zweit, besser in kleiner Gruppe in geräumigem, vielseitig strukturiertem Gehege mit vielen Kletter- und Versteckmöglichkeiten
Zeit: täglicher beaufsichtigter Auslauf zu den Aktivitätszeiten, Fütterung und Gehegepflege
Lebenserwartung: eineinhalb bis drei Jahre
Kosten pro Jahr: circa 260 bis 305 Euro pro Jahr pro Tier (ohne Sonderkosten wie Krankheiten)

Kanarienvögel/ Wellensittiche

Charakter: fröhlich, gesellig und gesangsfreudig
Haltung: mindestens zu zweit, besser in kleiner Gruppe in großem, hellem und abwechslungsreich gestaltetem Vogelzimmer, in kombinierter Innen-/Außenvoliere oder in großer Voliere mit täglichem Freiflug
Zeit: täglicher beaufsichtigter und gesicherter Freiflug, Fütterung und Reinigung Voliere/Vogelzimmer
Lebenserwartung: bis zu 15 Jahre
Kosten pro Jahr: circa 150 bis 180 Euro (pro Tier, ohne Sonderkosten wie Krankheiten)

Weiterführende Informationen

  • Informieren Sie sich online über die Bedürfnisse und die Haltung der beliebtesten Haustierarten.
    tierschutzbund.de/haustiere
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