News der Woche: 60 Haiarten erhalten besseren Schutz

Panama – 60 Haiarten sollen in den Weltmeeren besser geschützt werden. Das ist eines der Ergebnisse stundenlanger Verhandlungen auf der Weltartenschutzkonferenz in Panama. Dort tagten die 184 Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und berieten, wie sie Tier- und Pflanzenarten durch Regeln für den internationalen Handel bewahren können. Für 54 Requiemhaie und sechs Hammerhaie haben die Teilnehmer strengere Kontrollen vereinbart. Der Handel mit diesen Tieren ist nur noch möglich, wenn er den Erhalt einer Art nicht gefährdet. Dies bedeutet zwar kein grundsätzliches Handelsverbot mit dem Fleisch und den Flossen. Doch nahezu alle Lieferungen von Haifleisch oder Produkten, die eine der 60 Arten enthalten, erfordern künftig eine Genehmigung. So könnten beispielsweise Zollbehörden strenger kontrollieren und Vergehen besser erkennen.

Haie gehören zu den am gefährdetsten Meerestieren der Ozeane

„Es ist davon auszugehen, dass allein 73 Millionen Haie pro Jahr wegen ihrer Flossen sterben, 273 Millionen werden insgesamt jährlich von Menschen getötet. Die Tiere gehören zu den am gefährdetsten Meeresbewohnern. Darum ist der Beschluss in Panama ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Katrin Pichl, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Und die Maßnahmen seitens der Politik sind dringend notwendig, denn laut einer internationalen Langzeitstudie sind die Bestände der Haie in den letzten 50 Jahren um mehr als 70 Prozent gesunken. Darum fordert der Deutsche Tierschutzbund, den Haischutz auf vielen Ebenen zu intensivieren. „Dazu gehören komplette Fangstopps für bestimmte Arten, damit sich die Bestände regenerieren können, oder die konsequentere Überwachung gegen Betrug auf See“, sagt Pichl. Sie weist auch auf die immensen Verluste hin, die durch Beifang entstehen. Denn hochgerechnet bestehen mehr als zehn Prozent des globalen Fischfangs aus sogenanntem Beifang, teilweise liegt die Zahl deutlich darüber.

Haifleisch versteckt sich hinter vielen Namen

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert auch an die Verbraucher, auf sämtliche Haiprodukte zu verzichten. Dazu ist es notwendig, genauer hinzuschauen und sich zu informieren. In Kosmetika können sich Hai-Leberöle verstecken. Das Fleisch vom Dornhai ist hierzulande unter den Namen Schillerlocken, Seeaal, Steinlachs, Seestör oder Karbonadenfisch erhältlich. Was als Kalbsfisch verkauft wird, ist eigentlich Heringshai, hinter geräuchertem Speckfisch verbirgt die Industrie Grauhai. Diese Arten berücksichtigen die Beschlüsse in Panama nicht.

(© Fotos: Pixabay – PIRO (Haie von unten); Unsplash – Jakob Owens (Haie von oben))

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